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Deutschland an zweiter Stelle: Nur ein Land nimmt mehr Flüchtlinge auf

Group of Migrants Walking on a Dirt Road
@ds17 / stock.adobe.com

Nach Angaben des UNHCR waren Ende 2025 weltweit 117,8 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben. Dazu zählen Flüchtlinge, Asylsuchende sowie Binnenvertriebene innerhalb ihrer Herkunftsländer. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von rund vier Prozent und dem ersten Rückgang seit etwa zehn Jahren.

Die Zahl der Flüchtlinge und Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen lag Ende 2025 bei 41,6 Millionen. Hinzu kamen rund neun Millionen Asylsuchende mit laufenden Verfahren. Trotz des leichten Rückgangs bleibt die weltweite Vertreibung damit auf einem historisch sehr hohen Niveau.

Deutschland auf Rang zwei der größten Aufnahmeländer

In den UNHCR-Statistiken zu „Flüchtlingen und anderen Menschen mit internationalem Schutzbedarf“ wird Deutschland mit rund 2,7 Millionen Personen geführt. Damit belegt die Bundesrepublik weltweit den zweiten Platz.

Auf Rang eins liegt Kolumbien mit etwa 2,8 Millionen Schutzsuchenden. Dahinter folgen die Türkei, Uganda, Iran, Tschad und Pakistan. Die hohe Zahl in Kolumbien hängt vor allem mit der langjährigen Fluchtbewegung aus Venezuela zusammen.

Die Platzierung Deutschlands überrascht viele Beobachter, weil ein Großteil der Flüchtlinge weltweit weiterhin in Nachbarstaaten ihrer Herkunftsländer lebt. Nach UNHCR-Angaben befinden sich rund 65 Prozent aller Flüchtlinge und anderer Menschen mit internationalem Schutzbedarf in angrenzenden Staaten. Deutschland nimmt dennoch seit Jahren eine herausgehobene Rolle ein, insbesondere durch die Aufnahme von Menschen aus Syrien, der Ukraine und Afghanistan.

Warum die Ranglisten unterschiedlich ausfallen können

Bei internationalen Vergleichen ist entscheidend, welche Personengruppen berücksichtigt werden. Der UNHCR unterscheidet zwischen anerkannten Flüchtlingen, Menschen in flüchtlingsähnlichen Situationen, Asylsuchenden und weiteren Personen mit internationalem Schutzbedarf. Je nach Statistik werden diese Gruppen getrennt oder zusammen ausgewiesen.

Dadurch entstehen unterschiedliche Rangfolgen. Die Aussage, Deutschland werde nur von einem Land übertroffen, bezieht sich auf die UNHCR-Kategorie „Refugees and other people in need of international protection“. Andere Auswertungen können zu leicht abweichenden Ergebnissen gelangen, wenn sie ausschließlich anerkannte Flüchtlinge oder andere Schutzformen berücksichtigen.

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Der Rückgang der Zwangsvertreibung hat besondere Ursachen

Der Rückgang der weltweiten Vertreibungszahlen ist vor allem auf außergewöhnlich hohe Rückkehrbewegungen zurückzuführen. Im Jahr 2025 kehrten nach UNHCR-Angaben rund 14,7 Millionen Menschen in ihre Herkunftsregionen zurück. Darunter waren etwa 4,4 Millionen Flüchtlinge und 10,3 Millionen Binnenvertriebene.

Besonders stark war die Entwicklung in Afghanistan und Syrien. Allein aus Afghanistan kehrten rund 2,9 Millionen Menschen zurück. Viele von ihnen verließen Iran und Pakistan infolge verschärfter Aufenthalts- und Rückführungspolitiken. In Syrien kehrten rund 1,3 Millionen Flüchtlinge zurück, nachdem sich die politische Lage nach dem Sturz des Assad-Regimes Ende 2024 verändert hatte.

Der UNHCR betont jedoch, dass viele Rückkehrende auf zerstörte Infrastruktur, wirtschaftliche Not, unzureichende Versorgung und anhaltende Sicherheitsrisiken treffen. Rückkehr bedeutet daher nicht automatisch eine dauerhafte Lösung von Fluchtursachen.

Deutschland und die nationale Statistik

Die UNHCR-Daten sind nicht direkt mit deutschen Behördenstatistiken vergleichbar. In Deutschland werden Schutzsuchende unter anderem über das Ausländerzentralregister erfasst. Dabei fließen verschiedene Aufenthaltstitel, Schutzformen und Verfahrensstände ein.

Die internationale Rangliste beschreibt deshalb in erster Linie den Bestand an Menschen mit Schutzbedarf. Sie erlaubt keine direkten Rückschlüsse auf aktuelle Asylzugänge, die Auslastung einzelner Kommunen oder den Erfolg von Integrationsmaßnahmen.

Dennoch zeigen die Zahlen, dass Deutschland gemessen an seiner Bevölkerungsgröße und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu den wichtigsten Akteuren im internationalen Flüchtlingsschutz gehört.

Kolumbien als Beispiel für globale Fluchtbewegungen

Die Spitzenposition Kolumbiens verdeutlicht, dass die größten Fluchtbewegungen nicht ausschließlich Europa betreffen. Seit Jahren nimmt das Land Millionen Menschen aus Venezuela auf. Viele von ihnen leben nicht in klassischen Flüchtlingslagern, sondern in Städten und Gemeinden des Landes.

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Die UNHCR-Daten machen damit sichtbar, dass ein erheblicher Teil der globalen Schutzverantwortung außerhalb Europas getragen wird. Zudem leben die meisten Flüchtlinge weiterhin in Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen, die oft deutlich geringere finanzielle Ressourcen besitzen als westliche Industriestaaten.

Fazit

Die Aussage, nur ein Land beherberge mehr Flüchtlinge als Deutschland, basiert auf den am 11. Juni 2026 veröffentlichten UNHCR-Daten für das Jahr 2025. In der Kategorie „Flüchtlinge und andere Menschen mit internationalem Schutzbedarf“ liegt Deutschland mit rund 2,7 Millionen Personen weltweit auf Rang zwei hinter Kolumbien.

Gleichzeitig zeigen die neuen Zahlen, dass der erste Rückgang der weltweiten Zwangsvertreibung seit rund zehn Jahren vor allem auf umfangreiche Rückkehrbewegungen zurückzuführen ist. Die Ursachen vieler Fluchtbewegungen bestehen jedoch fort. Die Statistik signalisiert daher keine grundlegende Entspannung der globalen Flüchtlingslage, sondern verdeutlicht die anhaltende Bedeutung internationaler Schutz- und Integrationssysteme.

Quellen

https://www.unhcr.org/global-trends

https://www.unhcr.org/sites/default/files/2026-06/global-trends-report-2025.pdf

https://www.unhcr.org/refugee-statistics

https://apnews.com/article/refugees-conflict-persecution-un-migration-displacement-4dbcddd571b1ad2de8fadff609fec393

https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/bevoelkerung-arbeit-soziales/bevoelkerung/Fluchtbewegungen.html

https://www.nrc.no/news/2026/117.8-million-people-displaced-an-open-wound-on-our-shared-humanity

Written by Julia

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