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Neue Brille nötig? So erkennen Sie, dass Ihre Sehstärke nicht mehr stimmt

Eine Brille schärft den Blick
© Who is Danny / stock.adobe.com

Verschwommene Schrift auf dem Smartphone, Kopfschmerzen nach dem Feierabend oder das ständige Zusammenkneifen der Augen beim Autofahren in der Nacht: Viele Menschen merken erst sehr spät, dass ihr Sehvermögen nachlässt. Dabei schleicht sich eine veränderte Sehstärke oft so langsam ein, dass der Alltag unbewusst die Anpassung übernimmt, bevor jemand die Ursache benennen kann. Wer die typischen Warnsignale kennt, handelt früher und schont langfristig seine Augen.

Warum sich Sehschwächen langsam einschleichen

Das menschliche Auge ist ein hochkomplexes Organ, das sich erstaunlich gut an veränderte Bedingungen anpasst. Genau diese Anpassungsfähigkeit führt dazu, dass eine schleichend nachlassende Sehschärfe zunächst oft unbemerkt bleibt. Das Gehirn füllt fehlende Informationen auf, der Körper entwickelt Ausweichbewegungen, und irgendwann gehört das Blinzeln beim Lesen ganz selbstverständlich dazu. Spätestens dann ist ein Besuch beim Augenarzt oder Optiker überfällig.

Hinzu kommt, dass Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung keine plötzlichen Ereignisse sind, sondern sich über Monate oder Jahre entwickeln. Wer zuletzt als Kind oder Teenager zur Augenuntersuchung war, riskiert mit einer veralteten Brillenstärke dauerhaften Stress für Augen und Gehirn.

Typische Anzeichen, dass die Sehstärke nicht mehr stimmt

Häufige Kopfschmerzen ohne klare Ursache

Wer regelmäßig mit Kopfschmerzen aufwacht oder sie vor allem nach längerem Lesen, Bildschirmarbeit oder dem Autofahren bemerkt, sollte die Sehstärke überprüfen lassen. Das Gehirn arbeitet bei unscharfem Sehen dauerhaft auf Hochtouren, um die eingehenden Bilder zu korrigieren. Diese Überanstrengung der Augenmuskulatur äußert sich häufig als dumpfer Druck im Stirn- oder Schläfenbereich.

Texte und Gegenstände erscheinen unscharf

Das offensichtlichste Zeichen ist ein verwaschenes Bild, sei es bei Fernseher, Straßenschilder oder der Schrift auf dem Buchcover. Wer feststellt, dass er unbewusst weiter vom Bildschirm abrückt oder ein Buch immer näher ans Gesicht hält, sollte das als klaren Hinweis werten. Kurzsichtige sehen in der Ferne schlecht, Weitsichtige haben Schwierigkeiten bei nahen Objekten, und beides zusammen deutet oft auf eine veränderte Alterssichtigkeit ab Mitte 40 hin.

Abendliches Blenden und schlechtes Dämmerungssehen

Wer nachts im Straßenverkehr von entgegenkommenden Scheinwerfern besonders stark geblendet wird oder Halos um Lichtquellen wahrnimmt, hat oft eine unkorrigierte Fehlsichtigkeit. Die Polizei NRW weist in ihrem Ratgeber zum Sehen im Straßenverkehr ausdrücklich darauf hin, dass ein Drittel aller Verkehrsteilnehmer zu schlecht sieht und das schleichende Nachlassen des Sehvermögens das Unfallrisiko erhöht.

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Müde, gerötete oder tränende Augen

Augen, die sich bereits am frühen Nachmittag schwer und gereizt anfühlen, können ein Zeichen sein, dass sie permanent überarbeitet sind. Das passiert häufig bei einer nicht angepassten Brille oder beim erstmaligen Auftreten einer Fehlsichtigkeit. Auch übermäßiges Zwinkern oder das Gefühl, die Augen nicht ganz öffnen zu können, gehören zu den typischen Begleitsymptomen.

Doppelbilder oder verzerrte Konturen

Sieht man gelegentlich doppelt oder erscheinen gerade Linien leicht gebogen, können eine Hornhautverkrümmung oder ein beginnendes Ungleichgewicht der Augenmuskulatur dahinterstecken. Solche Symptome sollten zeitnah augenärztlich abgeklärt werden, da sie manchmal auch auf andere Erkrankungen hinweisen.

Ab wann brauchen Sie eine neue Brille?

Eine Brille ist nicht für die Ewigkeit. Selbst wer seit Jahren eine trägt, sollte die Sehstärke alle ein bis zwei Jahre überprüfen lassen, denn das Auge verändert sich im Laufe des Lebens. Kinder und Jugendliche benötigen häufigere Kontrollen, weil die Kurzsichtigkeit in der Wachstumsphase schnell zunehmen kann. Ab Mitte 40 stellt sich dann bei den meisten Menschen die sogenannte Presbyopie ein, besser bekannt als Alterssichtigkeit, bei der das Scharfstellen auf nahe Objekte zunehmend schwerer fällt.

Wer nach einer Augenuntersuchung unsicher ist, welche Brille zu den eigenen Ansprüchen und zum eigenen Stil passt, findet bei einem Optiker eine professionelle Beratung. Das Angebot reicht von Einstärkengläsern über Gleitsichtbrillen bis hin zu modischen Fassungen für unterschiedliche Gesichtsformen und Lebensstile.

Was passiert, wenn man eine veraltete Brille trägt?

Viele Menschen denken, eine zu schwache oder zu starke Brille sei einfach unbequem, aber nicht wirklich schädlich. Das stimmt nur bedingt. Wer dauerhaft mit einer nicht angepassten Sehhilfe lebt, riskiert anhaltende Überanstrengung der Augenmuskulatur, erhöhte Lichtempfindlichkeit und eine konstante Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit. Gerade bei Kindern, bei denen das visuelle System noch in der Entwicklung ist, kann eine nicht rechtzeitig korrigierte Fehlsichtigkeit langfristige Folgen haben.

Im Bereich Gesundheit und Alltagsratgeber finden sich auf nrw-lokal.de im Bereich Verbraucher zahlreiche Beiträge zu Gesundheitsthemen, die den Blick auf Körpersignale schärfen, die man im Alltag leicht übersieht.

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Sehtest beim Optiker oder beim Augenarzt?

Für eine einfache Brillenanpassung genügt in der Regel ein Sehtest beim Optiker. Wer aber zusätzlich zu verschwommenem Sehen Schmerzen, Lichtblitze, einen plötzlichen Verlust des Sehfeldes oder andere ungewöhnliche Symptome bemerkt, sollte direkt einen Augenarzt aufsuchen. Dort können neben der Brechkraft auch der Augeninnendruck, die Netzhaut und andere Strukturen untersucht werden. Eine umfassende Augenuntersuchung liefert weit mehr Informationen als der klassische Buchstabentest und gibt Auskunft über die langfristige Augengesundheit. Eine gute Übersicht, wie das Auge funktioniert und welche Erkrankungen sich hinter Sehproblemen verbergen können, bietet etwa der Ratgeber zur Augengesundheit der Heimat Krankenkasse.

Wie oft sollten Sie die Augen untersuchen lassen?

Faustregel: Kinder ab dem Vorschulalter sollten mindestens einmal augenärztlich untersucht werden, um Sehfehler frühzeitig zu erkennen. Schulkinder mit vermutetem Sehproblem sobald wie möglich. Erwachsene ohne bekannte Fehlsichtigkeit alle zwei bis drei Jahre. Brillenträger und Kontaktlinsennutzer mindestens einmal jährlich. Menschen über 40, bei denen das Risiko für Grünen Star, Altersfehlsichtigkeit oder eine beginnende Makuladegeneration steigt, jährlich beim Augenarzt.

Wer das letzte Mal vor mehreren Jahren beim Optiker war und bei sich eines oder mehrere der beschriebenen Symptome erkennt, hat damit jetzt alle Gründe, einen Termin zu vereinbaren.

Augen im Alltag schützen

Neben regelmäßigen Kontrollen gibt es einige einfache Gewohnheiten, die das Sehvermögen langfristig erhalten. Wer am Bildschirm arbeitet, sollte die 20-20-20-Regel kennen: alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt schauen, das mindestens 20 Fuß, also etwa sechs Meter entfernt ist. Das entspannt die Augenmuskulatur spürbar. Ausreichend Tageslicht, hochwertige Sonnenbrillen mit UV-Schutz und eine ausgewogene Ernährung mit den Vitaminen A, C und E sowie Lutein sind weitere Faktoren, die Augenärzte regelmäßig empfehlen.

Auch unser Artikel über Hausstaubmilben und ihren Auswirkungen auf die Augen verdeutlicht, wie alltägliche Auslöser wie Allergene juckende, tränende Augen verursachen können, die sich nicht selten mit Sehproblemen überschneiden und manchmal fälschlicherweise als Zeichen einer schlechten Sehstärke interpretiert werden.

Wer seine Augen regelmäßig kontrollieren lässt und auf die beschriebenen Warnsignale achtet, schützt nicht nur seine Sehkraft, sondern gewinnt im Alltag an Lebensqualität.

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