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Das erste Mal mit dem Wohnmobil unterwegs – ein kleiner Guide für Anfänger

Das erste Mal im Wohnmobil unterwegs
© simona / stock.adobe.com

Während der Markt für Wohnwagen in den letzten Jahren sichtlich schwächelt, verhält es sich bei Wohnmobilen genau umgekehrt. Die Verkaufszahlen steigen Jahr für Jahr, der Urlaub in den mobilen vier Wänden wird immer beliebter. Kein Wunder, verspricht doch ein Wohnmobil naturnahes, flexibles und unkonventionelles Reisen abseits des üblichen Pauschalurlaubs. Und wer sich kein eigenes Wohnmobil leisten kann oder will, der mietet sich einfach eins.

Allen Wohnmobilfans gemeinsam ist jedoch: Irgendwann geht es das erste Mal mit dem Reisemobil auf Tour. Und wer hier denkt: „Ich fahre doch schon jahrelang Auto, also kann ich auch ein Wohnmobil fahren“, der liegt nur teilweise richtig. Der grundsätzliche Vorgang des Fahrens mag gleich sein, dennoch gibt es teils eklatante Unterschiede. Dies und einiges mehr ist zu beachten, bevor es auf die erste Reise geht. Nachfolgend unsere Tipps, damit der Umstieg etwas leichter fällt.

Besitze ich den passenden Führerschein?

Bei Wohnmobilen entscheidet primär das sogenannte zulässige Gesamtgewicht (kurz: zGG) des Fahrzeugs darüber, welche Führerscheinklasse erforderlich ist. Die entscheidende Grenze liegt hier bei einem Gewicht von 3,5 Tonnen. Es gilt:

Bis 3,5 Tonnen zGG: Für kompaktere Wohnmobile und klassische Kastenwagen reicht der reguläre Pkw-Führerschein der Klasse B aus.

Über 3,5 Tonnen bis 7,5 Tonnen zGG: Für größere und schwerere Reisemobile wird die Führerscheinklasse C1 benötigt.

Achtung – Sonderregelung für ältere Führerscheine: Wer die alte Klasse 3 vor dem 1. Januar 1999 erworben hat, besitzt Bestandsschutz und darf Reisemobile bis zu 7,5 Tonnen ohne zusätzliche Prüfung steuern!

Um sicher zu gehen, ist vor Fahrtantritt ein Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil I (früher „Fahrzeugschein“ genannt) unter Punkt F.2 ratsam. Hier ist das exakte zGG vermerkt. Zudem muss das Gewicht von Gepäck, Wassertanks und aller Mitreisenden einkalkuliert werden. Hier sollte sehr penibel gerechnet werden, da eine Überladung bei Polizeikontrollen zu empfindlichen Strafen führen kann.

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Einweisung in die Bedienung des Wohnmobils

Ok, der Führerschein passt, dann kann es ja gleich losgehen mit dem Wohnmobil! Halt, nicht so schnell. Man sollte bedenken, dass sich die Bedienung teilweise deutlich von der eines normalen PKWs unterscheidet. Das gilt insbesondere für jene Ausstattungsdetails, die spezifisch für Wohnmobile sind.

Aber auch das Fahren an sich kann anders sein als in einem PKW. Es beginnt schon bei den Dimensionen: Gerade größere Wohnmobile ähneln in ihren Abmessungen eher einem Lkw als einem Personenkraftwagen, daran sollte man sich gewöhnen. Unbedingt sinnvoll ist es in diesem Zusammenhang, als Neuling zunächst an einem Fahrsicherheitstraining speziell für Wohnmobile teilzunehmen, wie es beispielsweise vom ADAC an vielen Orten in Deutschland angeboten wird.

Neben dem Fahren sollte man sich auch für die Bedienung der Wohnmobil-Sonderausstattung nach Möglichkeit eine Einweisung vom Verkäufer oder einem anderen Fachmann geben lassen. Schließlich weiß nicht jeder, wie elektrische Hubstützen im Wohnmobil funktionieren, wie man das Abwasser entleert oder den Akkustand der Stromversorgung kontrolliert. Dies alles während der ersten Reise dem Bordbuch zu entnehmen, ist mitunter sehr mühsam. 

Camping- und Stellplätze suchen

Auch wer sein Fahrzeug voll unter Kontrolle hat, steht als Neuling im Campingbereich vor dem Problem, den richtigen Camping- oder Stellplatz auszuwählen. Grundsätzlich gilt: Klassische Campingplätze haben die Nase vorn, wenn es um eine umfassende Infrastruktur mit Sanitäranlagen, Stromanschlüssen, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangeboten geht. Das ist besonders auf längeren Reisen von Vorteil und für Camper ideal, die viel Wert auf Komfort und Entspannung legen. Allerdings ist gerade in der Hauptsaison oder bei besonders beliebten Reisezielen eine frühzeitige Reservierung unbedingt anzuraten.

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Stellplätze hingegen sind meist deutlich einfacher ausgestattet, dafür kostengünstiger oder sogar ganz kostenlos. Sie eignen sich ideal für spontane Zwischenstopps von ein- bis zwei Nächten. Anfänger sollten im Vorfeld prüfen, ob der gewählte Stellplatz über die notwendigen Ver- und Entsorgungsstationen für Frischwasser, Grauwasser und die Chemietoilette verfügt.

Bei der Auswahl des idealen Platzes spielen zudem die Dimensionen des Fahrzeugs eine wichtige Rolle – nicht jeder Platz ist für sehr lange und/oder hohe Wohnmobile ausgelegt. Um die geeigneten Plätze schon im Vorfeld zu finden, kann man spezielle Apps nutzen. Sie erleichtern die Orientierung erheblich, u. a. da dort Bewertungen von anderen Campern aufgelistet sind. Auch die Ausstattungsmerkmale des jeweiligen Platzes können hier eingesehen werden.

Zum Schluss eine Warnung: Das sogenannte Freistehen, also das Übernachten abseits ausgewiesener Plätze in der Natur oder in urbanen Gegenden, ist in den meisten europäischen Ländern streng reguliert oder sogar komplett verboten. Bei Missachten drohen hohe Strafen!

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