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Spannungen im Iran: Trump plant Umwandlung der Straße von Hormus in US-Gebiet – Teheran reagiert entschlossen

Washington DC
@ Izanbar photos / stock.adobe.com

Die Straße von Hormus ist erneut zum politischen Streitobjekt geworden. Auslöser ist eine Äußerung von US-Präsident Donald Trump, der am Freitag, 14. August, bei einem Auftritt in Garden City im Bundesstaat New York damit drohte, die Meerenge zum Territorium der Vereinigten Staaten zu erklären. Die Bemerkung fiel vor dem Hintergrund des seit Monaten andauernden Konflikts mit Iran, der stark beeinträchtigten Handelsschifffahrt durch die Meerenge und festgefahrener Verhandlungen über deren künftige Nutzung.


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Was Trump gesagt hat

Trump sagte bei seinem Auftritt auf Long Island, die USA könnten die Straße von Hormus bald zum US-Territorium erklären. Seine Äußerung war zugespitzt formuliert, stand aber in einem klaren politischen Zusammenhang: Bereits zuvor hatte Trump erklärt, die Vereinigten Staaten hätten die Meerenge weitgehend unter Kontrolle. Die US-Regierung setzt militärischen und wirtschaftlichen Druck gegen Iran ein und beansprucht zugleich eine entscheidende Rolle bei der Sicherung der internationalen Schifffahrt.

Trump argumentiert, die Vereinigten Staaten seien selbst vergleichsweise wenig auf Energielieferungen durch die Meerenge angewiesen, müssten aber aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen handeln. Die Passage durch Hormus ist damit zu einem zentralen Druckmittel im Konflikt mit Teheran geworden.

Eine Annexion wäre völkerrechtlich nicht haltbar

Eine einseitige Erklärung, die Straße von Hormus sei US-Territorium, würde die staatliche Zugehörigkeit der Meerenge nicht verändern. An ihrer engsten Stelle verlaufen die für die internationale Schifffahrt genutzten Gewässer durch die Hoheitsgewässer Irans und Omans. Beide Staaten beanspruchen dort die ihnen nach internationalem Recht zustehenden Hoheitsrechte.

Für internationale Meerengen gelten zudem besondere Regeln für die Durchfahrt. Internationale Organisationen und europäische Regierungen haben wiederholt auf die Freiheit und Sicherheit der Navigation nach internationalem Recht verwiesen. Eine amerikanische Gebietserklärung könnte diese Rechtslage nicht einseitig außer Kraft setzen.

Politisch und wirtschaftlich wichtiger als ein formaler Gebietsanspruch ist deshalb die faktische Kontrolle: Welche Schiffe können passieren, welche Routen können sie benutzen, wer gewährleistet ihre Sicherheit und zu welchen Bedingungen sind Reeder und Versicherer bereit, die Fahrt zu riskieren?

Iran knüpft eine Normalisierung an Bedingungen

Teheran weist den amerikanischen Kontrollanspruch zurück und pocht auf seine Stellung als Anrainerstaat. Zugleich hält die iranische Führung an Bedingungen für eine vollständige Normalisierung des Schiffsverkehrs fest.

Zu den von iranischer Seite genannten Forderungen gehören ein Ende amerikanischer Militäraktionen und der Seeblockade, die Lockerung beziehungsweise Aufhebung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie Forderungen nach Entschädigung für Kriegsschäden. Kontakte mit Washington laufen nach iranischer Darstellung vor allem über Vermittler.

Damit stehen sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Positionen gegenüber: Washington verweist auf seine militärischen Möglichkeiten und die Sicherung der Schifffahrt, während Teheran auf Souveränität und seine Rechte als Anrainerstaat pocht.

Oman vermittelt – ein temporärer Korridor besteht bereits

Oman spielt bei den Bemühungen um eine Regelung eine Schlüsselrolle. Dabei muss zwischen dem bereits eingerichteten temporären Schifffahrtskorridor und weitergehenden Verhandlungen über eine dauerhafte Ordnung unterschieden werden.

Bereits Ende Juni teilte Oman mit, gemeinsam mit der International Maritime Organization einen temporären maritimen Korridor für Schiffe eingerichtet zu haben. Parallel dazu wurden Gespräche über die längerfristige Organisation der Schifffahrt, maritime Dienstleistungen und damit verbundene Kosten geführt.

Die Verhandlungen bleiben relevant, weil eine technische Lösung für einzelne Durchfahrten den politischen Streit über Kontrolle, Gebühren, Sicherheit und Zuständigkeiten nicht beendet. Oman verfügt dabei sowohl aufgrund seiner geografischen Lage als auch wegen seiner traditionellen Vermittlerrolle zwischen Iran und westlichen Staaten über besondere Bedeutung.

Europa drängt auf freie Schifffahrt

Auch europäische Regierungen versuchen, die diplomatischen Kanäle offenzuhalten. Bundesaußenminister Johann Wadephul hat nach Gesprächen mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi betont, dass die uneingeschränkte Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus wiederhergestellt werden müsse.

Die europäische Position geht damit über ein politisches „Management“ der Meerenge hinaus: Gefordert wird grundsätzlich eine freie und sichere Passage im Einklang mit internationalem Recht.

Militärische Kontrolle bedeutet keine Normalisierung

Die Lage auf See bleibt trotz amerikanischer Kontrollbehauptungen angespannt. Vor der jüngsten Eskalation passierten deutlich mehr Schiffe die Meerenge als während der aktuellen Krise. Der Verkehr hat sich zeitweise erholt, bleibt aber anfällig für militärische Zwischenfälle und politische Entscheidungen.

Auch bei den transportierten Ölmengen bestehen erhebliche Unsicherheiten. Angaben aus der US-Regierung und Daten kommerzieller Schiffsbeobachter weichen teilweise deutlich voneinander ab. Ein Grund dafür kann sein, dass Schiffe aus Sicherheitsgründen ihre automatischen Ortungssysteme zeitweise abschalten. Deshalb sind präzise Echtzeitangaben zum tatsächlichen Verkehrs- und Transportvolumen mit Vorsicht zu behandeln.

Für die Weltwirtschaft bleibt die Meerenge entscheidend. Ein erheblicher Teil des international gehandelten Öls und große Mengen Flüssigerdgas passieren Hormus. Selbst wenn einzelne Tanker fahren können, bedeutet das daher noch keine Rückkehr zum Normalbetrieb. Militärische Operationen und das Risiko einer erneuten Eskalation erhöhen Versicherungs- und Transportkosten und erschweren die langfristige Routenplanung.

Warum Trumps Aussage dennoch relevant ist

Trumps Ankündigung bietet keine realistische völkerrechtliche Grundlage für einen amerikanischen Gebietsanspruch. Politisch ist sie dennoch relevant, weil sie den Anspruch Washingtons auf dauerhaften Einfluss über die Meerenge zuspitzt.

Für Teheran erleichtert diese Rhetorik zugleich die Darstellung des Konflikts als Auseinandersetzung um iranische Souveränität. Öffentlichkeitswirksame Drohungen können deshalb die Vermittlungsbemühungen erschweren. Aus Sicht Washingtons können sie zugleich als Druckmittel dienen, um Iran zu Zugeständnissen bei der Schifffahrt und in weitergehenden Verhandlungen zu bewegen.

Fazit

Trumps Drohung, die Straße von Hormus zum US-Territorium zu erklären, ist vor allem politische Machtrhetorik. Eine einseitige amerikanische Annexion der Meerenge wäre mit der bestehenden territorialen und völkerrechtlichen Ordnung nicht vereinbar. Entscheidend ist deshalb nicht, wem Trump die Meerenge sprachlich zuschreibt, sondern wer eine sichere und verlässliche Passage praktisch gewährleisten kann.

Genau darüber wird weiter gestritten. Iran knüpft eine vollständige Normalisierung an politische, militärische und wirtschaftliche Zugeständnisse. Die USA setzen auf militärische Präsenz und wirtschaftlichen Druck. Oman vermittelt und arbeitet an praktischen Lösungen für die Schifffahrt. Solange die militärische Konfrontation anhält, bleibt eine dauerhafte Rückkehr zum normalen Schiffsverkehr jedoch unsicher.

Hinweis zur Plausibilitätsprüfung

Bei der Prüfung des Ausgangstextes waren insbesondere zwei Präzisierungen nötig: Der temporäre, mit der International Maritime Organization koordinierte Korridor ist nicht lediglich Gegenstand aktueller Verhandlungen, sondern wurde bereits zuvor eingerichtet. Zudem sollte ein angeblich erst in den vergangenen 24 Stunden geführtes Telefonat zwischen Johann Wadephul und Abbas Araghchi nur mit konkreter Datierung und belastbarer Quelle behauptet werden. Die grundsätzlich von Deutschland vertretene Forderung nach freier und sicherer Schifffahrt durch die Straße von Hormus ist dagegen belegt.

Quellen

https://apnews.com/article/023413c38373d4a6ba033612a1f552c6

https://apnews.com/article/84ee037681e5455587a4273eb777709e

https://apnews.com/article/047102d2bc170bd8e4b79b91827e1df4

https://www.axios.com/2026/08/09/trump-iran-interview

https://www.govinfo.gov/content/pkg/DCPD-202600248/pdf/DCPD-202600248.pdf

Written by Julia

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