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Ryanair-Flug FR1879: Passagier tatsächlich teilweise aus Fenster gerissen

Fenster aus Flugzeug gerissen - Symbolbild
Symbolbild (Ki generiert, entspricht nicht dem echten Schaden)

Ryanair-Flug FR1879: Fenster zerborsten, Passagier teilweise aus Fenster gerissen – Höhe von 6.000 Meter aber nicht belegt


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Der dramatische Zwischenfall auf einem Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen ist nach aktuellem Stand keine Falschmeldung. Am Freitag, dem 10. Juli 2026, wurde ein Passagier nach der Beschädigung eines Kabinenfensters durch den plötzlichen Druckverlust teilweise aus der Öffnung gerissen. Mitreisende zogen den Mann zurück in die Kabine. Die Maschine kehrte sicher nach Thessaloniki zurück. Nicht bestätigt ist dagegen die häufig genannte Höhe von rund 6.000 Metern: Aufgezeichnete Flugdaten sprechen eher für ungefähr 4.600 bis 4.900 Meter.

Was auf Flug FR1879 gesichert ist

Bei dem Flug handelte es sich um die Ryanair-Verbindung FR1879 vom griechischen Thessaloniki nach Memmingen. Eingesetzt wurde eine Boeing 737-800 der Ryanair-Tochter Malta Air mit dem Kennzeichen 9H-QEU. Das Flugzeug war 2008 an die Ryanair-Gruppe ausgeliefert worden und gehört zur Baureihe 737 Next Generation, nicht zur neueren 737 MAX.

Nach den von Flightradar24 erfassten Daten stieg die Maschine innerhalb von ungefähr sechs Minuten auf mehr als 15.000 Fuß. Kurz darauf folgte ein rascher Sinkflug auf etwa 6.000 Fuß. Das Flugzeug blieb anschließend noch rund eine halbe Stunde in niedrigerer Höhe, bevor es ungefähr eine Stunde nach dem Start wieder in Thessaloniki landete. Flightradar24 führt die Wartezeit auf das notwendige Verringern des Landegewichts durch Treibstoffverbrauch zurück.

Ryanair bestätigte gegenüber mehreren Nachrichtenorganisationen, dass sich während des Fluges ein Passagierfenster gelöst habe. Das Flugzeug sei normal gelandet, alle Reisenden seien in das Terminal zurückgekehrt. Ein Passagier habe medizinische Hilfe erhalten. Für die Weiterreise nach Memmingen stellte die Fluggesellschaft eine Ersatzmaschine bereit, die nach Unternehmensangaben um 9.53 Uhr Ortszeit startete.

Der verletzte Passagier

Nach übereinstimmenden Angaben der Nachrichtenagenturen Associated Press und Reuters sowie mehrerer Augenzeugen war der Betroffene ein 61-jähriger Mann aus Serbien. Passagiere berichteten, dass sein Kopf, sein Hals und seine Schultern zeitweise außerhalb des Flugzeugs gewesen seien. Personen in seiner Nähe hielten ihn fest und zogen ihn zurück. Dass der Mann angeschnallt war, dürfte verhindert haben, dass er vollständig durch die Öffnung geriet.

Der Passagier wurde nach der Landung in das Universitätskrankenhaus AHEPA in Thessaloniki gebracht. Genannt werden Verletzungen an Hals und Schultern sowie Reibungsverbrennungen. Das serbische Konsulat teilte laut Reuters mit, dass keine Lebensgefahr bestand. Sein weiterer Gesundheitszustand und die Dauer des Krankenhausaufenthalts waren am Samstagvormittag noch nicht zuverlässig öffentlich dokumentiert.

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Einordnung der nrw-lokal.de Redaktion: Warum die Angabe von 6.000 Metern nicht überzeugt

Mehrere frühe Meldungen nannten eine Flughöhe von 20.000 Fuß, umgerechnet etwa 6.100 Meter. Die verfügbaren Trackingdaten passen dazu jedoch nicht. Flightradar24 verortet den Zwischenfall beim Steigflug durch ungefähr 15.000 Fuß. Andere Auswertungen nennen als höchsten aufgezeichneten Wert rund 16.000 Fuß. Das entspricht etwa 4.570 bis 4.880 Metern.

Die Formulierung „in 6.000 Metern Höhe“ sollte deshalb nicht als gesicherte Angabe übernommen werden. Der Kern der Geschichte bleibt dennoch richtig: Das Ereignis geschah in großer Höhe, die Kabine verlor Druck und ein Mann wurde teilweise durch das beschädigte Fenster nach außen gerissen.

Ein Defekt am rechten Triebwerk steht im Mittelpunkt

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB bestätigte über ihren offiziellen Newsroom-Account, dass sie von der nordmazedonischen Untersuchungsstelle über ein Problem am rechten Triebwerk und eine Dekompression der Kabine informiert worden sei. Da sich der Zwischenfall nach den bisherigen Erkenntnissen im nordmazedonischen Luftraum ereignete, führt die dortige Aircraft Accident and Incident Investigation Committee die Untersuchung. Die NTSB entsandte einen bevollmächtigten Vertreter. Fachleute der US-Luftfahrtbehörde FAA, von Boeing und GE Aerospace stehen zur Unterstützung bereit.

Aufnahmen des Flugzeugs nach der Landung zeigen nach Auswertung von Flightradar24 und Luftfahrtfachmedien beschädigte oder fehlende Fan-Schaufeln sowie Schäden an der Triebwerksverkleidung. Reuters beruft sich zudem auf zwei Flughafenquellen, wonach Material aus dem Triebwerksbereich das Fenster getroffen habe. Der Triebwerkshersteller CFM International, ein Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran, erklärte, die laufende Untersuchung zu unterstützen.

Die genaue Ursache ist weiterhin offen

Noch nicht bewiesen ist, welches Bauteil zuerst versagte und wodurch der Schaden ausgelöst wurde. Ein Bruch einer Fan-Schaufel erscheint nach dem sichtbaren Schadensbild und ersten Informationen aus Fachkreisen möglich, ist aber noch keine abschließend festgestellte Ursache. Ob Materialermüdung, ein Fremdkörper, eine Unregelmäßigkeit bei der Wartung oder ein anderer Auslöser dahinterstand, müssen die Untersuchungen zeigen. Ryanair selbst hat bislang lediglich das gelöste Fenster und die sichere Rückkehr bestätigt, nicht jedoch eine konkrete technische Ursache.

Auch eine Rückkehr desselben Flugzeugs nach Thessaloniki am Vorabend führte zunächst zu Spekulationen über ein mögliches technisches Vorproblem. Flightradar24 berichtete später jedoch unter Berufung auf Ryanair, der frühere Flug nach Sarajevo sei wegen eines störenden Passagiers umgekehrt. Nach dem derzeitigen Informationsstand gibt es somit keinen belegten technischen Zusammenhang zwischen beiden Rückflügen.

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Fazit

Der Vorfall ist im Wesentlichen bestätigt. Auf Flug FR1879 wurde ein Kabinenfenster zerstört beziehungsweise aus seiner Einfassung gelöst, die Kabine verlor Druck und ein 61-jähriger Passagier geriet mit Kopf und Oberkörper teilweise nach außen. Mitreisende brachten ihn zurück, die Boeing 737-800 landete sicher und der Mann überlebte mit nach aktuellem Kenntnisstand nicht lebensgefährlichen Verletzungen.

Korrigiert werden muss vor allem die Höhenangabe. Statt 6.000 Metern sprechen die Flugdaten für ungefähr 4.600 bis 4.900 Meter. Die Untersuchung konzentriert sich auf das rechte Triebwerk und mögliches Trümmermaterial, das das Fenster getroffen haben könnte. Eine endgültige technische Erklärung liegt bislang nicht vor.

Quellen

eigene Recherche

National Transportation Safety Board: Offizielle Mitteilung des NTSB-Newsrooms zur Unterstützung der Untersuchung. Abgerufen am 11. Juli 2026 um 10.31 Uhr MESZ.

Flightradar24: Flugdaten und technische Einordnung zu FR1879 und 9H-QEU. Aktualisiert am 10. Juli 2026; abgerufen am 11. Juli 2026 um 10.31 Uhr MESZ.

Reuters: Bericht mit Stellungnahmen von Ryanair, Boeing, FAA, Flughafenquellen und serbischem Konsulat. Veröffentlicht am 10. Juli 2026; abgerufen am 11. Juli 2026 um 10.31 Uhr MESZ.

Associated Press: Bericht mit Angaben des Krankenhauses, Passagierberichten und Flugdaten. Veröffentlicht beziehungsweise aktualisiert am 11. Juli 2026; abgerufen am 11. Juli 2026 um 10.31 Uhr MESZ.

The Air Current: Luftfahrtfachbericht mit Stellungnahmen von NTSB, Boeing und CFM International. Veröffentlicht am 10. Juli 2026; abgerufen am 11. Juli 2026 um 10.31 Uhr MESZ.

CBS News: Bericht mit Stellungnahmen von EASA, FAA und Ryanair. Aktualisiert am 10. Juli 2026; abgerufen am 11. Juli 2026 um 10.31 Uhr MESZ.

The Guardian: Bericht mit Ryanair-Stellungnahme und Angaben zum Ersatzflug. Aktualisiert am 10. Juli 2026; abgerufen am 11. Juli 2026 um 10.31 Uhr MESZ.

Written by NRW Lokal Redaktion

Kai ist 57 Jahre alt und arbeitet als Publisher und Journalist. Seine Freizeit verbringt er gerne mit Reisen, Lesen und Sport. Außerdem interessiert er sich intensiv für Politik und aktuelle gesellschaftliche Themen.

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