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Gewalt gegen städtische Mitarbeitende: Münster setzt klares Zeichen

Stadt Münster
©Leonid Andronov/stock.adobe.com

Die Zahl der gemeldeten Übergriffe auf Mitarbeitende der Stadt Münster liegt im laufenden Jahr weiterhin auf einem ähnlichen Niveau wie in den beiden Jahren zuvor. Bis zum 18. Dezember 2025 wurden insgesamt 113 Gewaltvorfälle registriert. In den Jahren 2023 und 2024 hatte die Stadt 114 beziehungsweise 121 entsprechende Meldungen verzeichnet.

Vor diesem Hintergrund haben Oberbürgermeister Tilman Fuchs und der Vorsitzende des Gesamtpersonalrates, Carsten Bußmann, am 18. Dezember die seit 2014 bestehende städtische Grundsatzerklärung gegen Gewalt erneut unterzeichnet. Mit diesem Schritt bekräftigt die Stadt ihren Grundsatz der Null-Toleranz gegenüber Gewalt gegen Beschäftigte und macht zugleich deutlich, dass dieses Thema weiterhin hohe Priorität hat. Die Unterzeichnung soll darüber hinaus die Öffentlichkeit für einen respektvollen Umgang mit den Mitarbeitenden der Verwaltung sensibilisieren.

Oberbürgermeister Fuchs machte dabei deutlich, dass Gewalt gegenüber städtischen Beschäftigten in keiner Form akzeptiert werde. Die Stadtverwaltung sei jederzeit offen für sachliche und konstruktive Kritik. Sobald jedoch verbale oder körperliche Übergriffe erfolgten, werde eine klare Grenze überschritten. Straftaten im Kontakt mit Mitarbeitenden würden daher konsequent verfolgt und zur Anzeige gebracht.

Die im Jahr 2025 gemeldeten Vorfälle stammen aus 34 unterschiedlichen Ämtern und Einrichtungen. Den größten Anteil machten Fälle verbaler Gewalt aus. Dazu zählten insbesondere Beleidigungen, herabwürdigende Äußerungen sowie Drohungen mit körperlicher Gewalt im persönlichen Gespräch. Auch schriftlich, etwa per E-Mail, kam es mehrfach zu entsprechenden Übergriffen.

Am häufigsten betroffen war das Sozialamt mit 23 gemeldeten Fällen. Dahinter folgten das Ordnungsamt sowie die Feuerwehr. Die Verteilung der Meldungen kann jedoch nur eingeschränkt als vollständiges Lagebild verstanden werden, da sie auch davon abhängt, wie ausgeprägt das Bewusstsein der Mitarbeitenden in den einzelnen Bereichen für die Meldung von Gewaltvorfällen ist.

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Auch Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Kommunalen Ordnungsdienstes waren betroffen. In der Silvesternacht 2024/2025 kam es zu gezielten Angriffen mit Feuerwerkskörpern, bei denen ein Mitarbeiter des Ordnungsdienstes leicht verletzt wurde.

Ein Blick auf die Jahre 2017 bis 2022 zeigt jährliche Fallzahlen zwischen 60 und 93 Meldungen. Die höheren Werte nach 2022 lassen nicht zwangsläufig auf eine tatsächliche Zunahme von Gewalt schließen. Vielmehr könnte auch ein gestiegenes Bewusstsein innerhalb der Stadtverwaltung für das Thema und die Bedeutung von Meldungen eine Rolle spielen.

Prävention und Unterstützung für Mitarbeitende

Mit der Einführung der Grundsatzerklärung im Jahr 2014 hat sich die Stadt Münster verpflichtet, Gewaltvorfälle nicht nur systematisch zu erfassen, sondern auch präventiv tätig zu werden. Dazu gehören Maßnahmen zur Vorbeugung, Schulungen zum professionellen Umgang mit schwierigen Situationen sowie Unterstützungsangebote für Betroffene.

Die Stadt stellt ihren Mitarbeitenden unter anderem Fortbildungen zu Deeskalation und gewaltfreier Kommunikation zur Verfügung. Ergänzend gibt es psychosoziale Unterstützungsangebote nach Vorfällen sowie digitale Formate wie Online-Schulungen und psychologische Beratungen. Betroffene werden zudem darauf hingewiesen, eine Unfallanzeige zu erstellen und bei Bedarf strafrechtliche Schritte über den Dienstweg einzuleiten.

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, liegt die Grundsatzerklärung auch in englischer, russischer, arabischer und türkischer Sprache vor. Sie kann in Dienstgebäuden ausgehängt und auf den Internetseiten der städtischen Ämter und Einrichtungen veröffentlicht werden.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Stadt Münster/Veröffentlicht am 19.12.2025

Written by Nima

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