Schöne neue Welt: Wer heute einen Gebrauchtwagen verkaufen möchte, hat dafür viel mehr Möglichkeiten als früher. Insbesondere das Internet hat einen großen Anteil daran. Es gibt private Kleinanzeigenplattformen, spezielle Kfz-Portale, professionelle Aufkäufer für Gebrauchtwagen und vieles mehr. Doch welches ist der beste Weg und wie erziele ich den besten Preis für mein Fahrzeug? Unser Ratgeber bringt Licht in diesen Dschungel.
Welchen Preis soll ich ansetzen?
Nehmen wir an, das Fahrzeug soll über eine der großen und bekannten Plattformen im Netz verkauft werden. In diesem Fall spielt die Frage nach dem anzusetzenden Preis natürlich eine große Rolle. Ist der Preis zu hoch angesetzt, wird sich niemand melden. Zu niedrige Preise hingegen ziehen meist folgendes Szenario nach sich: Spätestens ein paar Stunden nach Veröffentlichung des Angebots steht das Telefon nicht mehr still. Pkw-Händler, die versuchen, ein schnelles Schnäppchen zu ergattern, werden auf den Plan gerufen. Verzichten Privatverkäufer dagegen auf die Angabe einer Rufnummer in den Kontaktdaten, füllt sich stattdessen das E-Mail-Postfach. Nervenaufreibende Verhandlungsgespräche und zwielichtige Angebote sind die Folge. Wer Ärger und hohen Aufwand vermeiden möchte, sollte sich daher frühzeitig mit einer realistischen Preisfindung beschäftigen.
Vergleichsangebote bei lokalen Händlern einholen
Eine erste Anlaufstelle, um die Werteinschätzung des Fahrzeuges vornehmen zu lassen, sind örtliche Gebrauchtwagenhändler. Bestenfalls handelt es sich dabei um einen vertrauten Bekannten, der einen fachmännischen Blick auf das Auto wirft und anschließend ein faires Kaufangebot ausspricht. Grundsätzlich sollte bei einem Angebot an einen Händler aber stets bedacht werden, dass der Preis hier geringer ausfallen kann als bei einem Gebrauchtwagenverkauf an eine Privatperson, denn Profis müssen natürlich entsprechende Gewinnmargen einkalkulieren.
Gebrauchtwagenverkauf über Internetplattformen
Bleiben gute Angebote durch örtliche Händler aus, führt der Weg meist zu einer der vielen Automobilbörsen im Internet. Wer auf eigene Faust verkaufen möchte, kann die im Vorfeld eingeholten Händlerpreise – je nach Fahrzeugwert und Nachfrage – um einige hundert Euro nach oben schrauben und als Verhandlungsbasis (VHB) ansetzen.
Das fast immer vorhandene Überangebot an Fahrzeugen, die im Internet zum Verkauf angeboten werden, macht es allerdings notwendig, Interessenten mit ansprechenden Fotos und einer möglichst vollständigen Zustandsbeschreibung auf das Inserat aufmerksam zu machen. Hier sollte keine Mühe gescheut werden. Neben einer vollständigen Auflistung aller technischen Daten (Baujahr/Erstzulassung, genaues Modell, Leistung, Ausstattung, km-Stand usw.) ist auch der Wartungs- und Pflegezustand unbedingt genau zu beschreiben. Dazu gehört auch, die in den letzten Jahren erfolgten Reparaturen und verbauten Neuteile zu erwähnen-
Preisverhandlungen sollten immer nur in Verbindung mit einer Besichtigung vor Ort stattfinden. Merke: Wer viel zu niedrige Pauschalsummen über das Netz bietet, ist meist kein seriöser Käufer und möchte das Fahrzeug – wenn überhaupt – in der Regel nur zu einem unakzeptablen Preis erwerben, um es dann mit Aufschlag weiterzuverkaufen.
Professionelle Aufkäufer bzw. Ankaufsplattformen
Wer den Aufwand des Gebrauchtwagenverkaufs scheut, sein Fahrzeug schnell und sicher veräußern möchte oder einfach keine Lust auf Verhandlungsgespräche hat, kann den Autoverkauf auch über einen professionellen Ankäufer bzw. eine Ankaufsplattform abwickeln lassen. Der Anbieter übernimmt in diesem Fall das komplette Verkaufsprozedere, bequemer geht es für den Verkäufer nicht. Der Aufkäufer gibt die Fahrzeuge dann meist an kooperierende Händler weiter oder er veräußert sie selbst bzw. verkauft sie im Rahmen einer Online Auktion.
Doch wie läuft das Ganze ab?
Fast alle Aufkäufer stellen für den Erstkontakt und für die Eingabe der wichtigen Daten des Fahrzeuges ein entsprechendes Onlineformular bereit. Bei den großen Plattformen ist es möglich, sich direkt nach Absenden der Daten einen ersten Preisvorschlag für den Ankauf unterbreiten zu lassen.
Ist das Interesse des Verkäufers geweckt, kann dieser einen Termin vor Ort vereinbaren, bei dem das Fahrzeug dann genauer in Augenschein genommen wird. Führende Händler verfügen hierfür über eine größere Anzahl an Niederlassungen, die in ganz Deutschland verteilt sind. Werden sich Käufer und Verkäufer über den Preis einig, erfolgt der Verkauf dann direkt vor Ort.


