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Laienreanimation wird Pflichtfach an Schulen in NRW

Erste Hilfe und Reanimation
©wellphoto/stock.adobe.com

Schnelles und richtiges Handeln kann im Ernstfall Leben retten – genau darum ging es am Montag, dem 2. Februar 2026, an der Otto-Pankok-Schule in Mülheim an der Ruhr. Rund 150 Lehrerinnen und Lehrer übten dort an Reanimationsphantomen die Herzdruckmassage. Ziel der Fortbildung war es, die Lehrkräfte auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten: Ab dem kommenden Schuljahr sollen sie Schülerinnen und Schüler systematisch auf Notfälle mit Herz-Kreislauf-Stillstand vorbereiten.

Grundlage dafür ist eine neue verbindliche Vereinbarung, die aus einer breit angelegten Zusammenarbeit zwischen dem Schulministerium, den Bezirksregierungen, Stiftungen, Ärztekammern, Hilfsorganisationen, medizinischen Fachgesellschaften und weiteren Partnern hervorgegangen ist. Erstmals wird damit festgelegt, dass Jugendliche der Klassen sieben bis neun in der Sekundarstufe I verpflichtend in Laienreanimation geschult werden. Den Auftakt bilden Fortbildungen für Lehrkräfte, die nun im Ruhrgebiet gestartet sind. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Schulministerin Dorothee Feller, Vertreterinnen und Vertreter der Björn-Steiger-Stiftung und der Deutschen Herzstiftung sowie medizinische Fachvertreterinnen und -vertreter teil. Auch die Schulsanitätsdienste verschiedener Hilfsorganisationen und die Schulleitung der Otto-Pankok-Schule waren eingebunden.

Ministerin Feller machte deutlich, dass bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand jede Sekunde entscheidend sei und korrektes Eingreifen durch Ersthelfende Leben retten könne. Das neue Konzept solle dazu beitragen, dass es an Schulen selbstverständlich werde, zu wissen, wie in solchen Situationen zu handeln ist. Den Schulen werde dafür die notwendige Unterstützung zur Verfügung gestellt. Zugleich würdigte sie das Engagement der beteiligten Partner, der fortgebildeten Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler, die bei der Organisation der Veranstaltung mitgewirkt hatten.

Kürzlich haben sich weitere Organisationen der Initiative angeschlossen. Dazu zählen unter anderem verschiedene Landesverbände von DLRG, Johannitern und Maltesern sowie die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche weitere Einrichtungen aus den Bereichen Rettungswesen, Medizin, Wissenschaft und Prävention an dem Projekt.

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Ab dem Schuljahr 2026/2027 soll jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einmal in den Klassen sieben, acht oder neun eine 90-minütige Schulung in Laienreanimation erhalten. Auch Förderschulen und private Ersatzschulen werden ausdrücklich dazu ermutigt, entsprechende Angebote umzusetzen. Unterstützung erhalten die Schulen über eine zentrale Geschäftsstelle bei der Bezirksregierung Köln, die als Anlaufstelle dient.

Um eine flächendeckende und verlässliche Umsetzung sicherzustellen, ist vorgesehen, dass alle rund 2.100 Schulen mit Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen spätestens im Laufe des kommenden Schuljahres jeweils mit zehn Reanimationsphantomen sowie mindestens zwei entsprechend qualifizierten Lehrkräften ausgestattet sind. Bereits jetzt befinden sich mehr als 8.000 dieser Übungsphantome an den Schulen.

Der Mindeststandard für die Qualifizierung der Lehrkräfte wird durch Schulungsvideos der Björn-Steiger-Stiftung und der Deutschen Herzstiftung abgesichert. Zusätzlich steht ein umfangreiches Angebot an Lehr- und Unterrichtsmaterialien weiterer Projektpartner zur Verfügung. Ergänzend zu den digitalen Formaten werden nach dem Start in Mülheim an der Ruhr auch Präsenzfortbildungen angeboten. Für das Jahr 2026 sind insgesamt zwölf weitere Termine geplant, unter anderem in Bielefeld, Paderborn, Münster, Dortmund und in der Städteregion Aachen.

Ministerin Feller betonte abschließend, dass Lehrkräfte bereits stark gefordert seien, und brachte ihren großen Respekt für deren zusätzliches Engagement in diesem wichtigen Themenfeld zum Ausdruck. Umso wichtiger sei es, sie mit vielfältigen Informations- und Fortbildungsangeboten zu unterstützen und die Laienreanimation so in den Schulalltag zu integrieren, dass sie für alle Beteiligten selbstverständlich werde. Ziel sei es, dass Schülerinnen und Schüler sich sicher fühlen und gut vorbereitet sind, falls sie jemals mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand konfrontiert werden.

Weiterführende Informationen zu den Fortbildungen sowie zum Runderlass des Schulministeriums zur verpflichtenden Ausbildung in Laienreanimation ab Klasse 7 stehen online zur Verfügung.

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Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land NRW/Veröffentlicht am 02.02.2026

Written by Nima

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