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Hitzewelle in NRW: Seniorenheim-Bewohner leiden unter extremer Wärme

Rettungsdienst
@Christian Schwier / stock.adobe.com

In Nordrhein-Westfalen haben zwei hitzebedingte Einsätze in Pflegeeinrichtungen innerhalb kurzer Zeit umfangreiche Rettungs- und Unterstützungsmaßnahmen ausgelöst. Im Mittelpunkt stehen ein Vorfall in Dormagen (Rhein-Kreis Neuss), bei dem die Stadt einen Krisenstab einberief, sowie ein separater Einsatz in Krefeld, zu dem Rettungsdienst und Feuerwehr am Freitagabend ausrückten. Beide Ereignisse fallen in eine Phase anhaltender Hitze, die insbesondere für ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellt.

Dormagen: Krisenstab nach Überhitzung einer Senioreneinrichtung

Nach einem Vorfall in einer Senioreneinrichtung an der Virchowstraße berief die Stadt Dormagen am Samstag, 27. Juni 2026, um 6.30 Uhr einen Krisenstab ein. In der Nacht war ein Bewohner verstorben. Ob sein Tod im Zusammenhang mit der Hitze steht, ist nach Angaben der Stadt weiterhin ungeklärt.

Auslöser für die Krisenstabsarbeit waren Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius im Gebäude. Ziel war es, die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sicherzustellen und die Belastung durch die Hitze zu reduzieren.

Zu den eingeleiteten Maßnahmen gehörten:

  • medizinische Untersuchung der Bewohnerinnen und Bewohner,
  • Verlegung besonders gefährdeter Personen in kühlere Gebäudebereiche oder außerhalb der Einrichtung,
  • Aufbau mobiler Klimageräte in der Cafeteria als klimatisierter Aufenthaltsbereich,
  • Bereitstellung zusätzlicher Rettungswagen und Krankentransporte sowie
  • Einrichtung eines Bürgertelefons für Angehörige.

Nach aktuellem Stand wurden mindestens zehn Bewohner medizinisch versorgt oder aus dem Gebäude gebracht. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Todesfall und der Hitze ist bislang nicht bestätigt.

Krefeld: Mehrere Bewohner nach Hitzebelastung im Krankenhaus

Bereits am Freitagabend, 26. Juni 2026, kam es in einem Altenheim an der Hansastraße in Krefeld zu einem weiteren hitzebedingten Einsatz. Mitarbeitende alarmierten den Rettungsdienst, nachdem mehrere Bewohner gesundheitliche Beschwerden entwickelt hatten.

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Mehrere Menschen wurden vor Ort behandelt, fünf Bewohner mussten zur weiteren Versorgung in Krankenhäuser gebracht werden. Weitere Einzelheiten zu den Ursachen oder zusätzlichen Maßnahmen innerhalb der Einrichtung wurden bislang nicht veröffentlicht.

Überhitzte Innenräume als zentrales Problem

Beide Einsätze verdeutlichen, dass nicht allein hohe Außentemperaturen, sondern vor allem überhitzte Innenräume zur Gefahr werden können. In Pflegeeinrichtungen steigt mit zunehmender Raumtemperatur das Risiko für Dehydrierung, Kreislaufprobleme und hitzebedingte Erkrankungen erheblich. In Dormagen wurden Temperaturen von bis zu 35 Grad im Gebäude gemessen. Für den Einsatz in Krefeld wird ebenfalls eine starke Überhitzung der Einrichtung als Auslöser genannt.

Neben der medizinischen Versorgung erfordern solche Lagen häufig umfangreiche organisatorische Maßnahmen, darunter Verlegungen innerhalb des Gebäudes, die Einrichtung gekühlter Aufenthaltsräume sowie die enge Abstimmung zwischen Pflegepersonal, Rettungsdienst und Behörden.

Warum ältere Menschen besonders gefährdet sind

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, Wärme effektiv abzugeben. Gleichzeitig treten häufiger chronische Erkrankungen, eingeschränkte Mobilität, ein vermindertes Durstempfinden oder Medikamente auf, die den Flüssigkeitshaushalt und die Temperaturregulation beeinflussen.

Das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) weist darauf hin, dass Hitze unter anderem Kreislaufkollaps, Dehydrierung und Hitzschlag begünstigen kann. Aus einer Kreislaufreaktion allein lässt sich jedoch ohne ärztliche Diagnostik keine eindeutige Ursache ableiten.

Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen bleibt eine Daueraufgabe

Die Vorfälle verdeutlichen die Bedeutung wirksamer Hitzeschutzkonzepte. Dazu gehören organisatorische Maßnahmen wie Trinkmanagement, engmaschige Beobachtung besonders gefährdeter Bewohner und die Nutzung kühler Gebäudebereiche ebenso wie bauliche Lösungen, etwa Verschattung, Lüftungskonzepte oder Klimatisierung.

Der kurzfristige Einsatz mobiler Klimageräte in Dormagen zeigt, wie Einrichtungen auf akute Notlagen reagieren können. Langfristig ersetzen solche Maßnahmen jedoch keine dauerhafte Anpassung der Gebäude an häufiger auftretende Hitzeperioden.

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Auch andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben ihre Hitzehilfen zuletzt ausgeweitet, etwa durch zusätzliche Unterstützungsangebote für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.

Was weiterhin ungeklärt ist

Mehrere Fragen sind derzeit offen. In Dormagen ist weiterhin unklar, ob der Tod eines Bewohners mit der Hitze zusammenhängt. Ebenso liegen bislang keine belastbaren Informationen dazu vor, weshalb sich das Gebäude derart stark aufheizte oder ob technische Defekte eine Rolle spielten.

Für den Einsatz in Krefeld sind bislang lediglich Einsatzort, Zeitpunkt und die Zahl der Krankenhausaufnahmen bestätigt. Weitere Details zum Verlauf oder zu zusätzlichen Schutzmaßnahmen innerhalb der Einrichtung wurden bislang nicht veröffentlicht.

Fazit

Die Einsätze in Dormagen und Krefeld zeigen, wie schnell extreme Hitze in Pflegeeinrichtungen zu medizinischen Notlagen und einem hohen Koordinationsaufwand führen kann. Während in Dormagen ein Krisenstab umfangreiche Schutzmaßnahmen organisierte, mussten in Krefeld mehrere Bewohner medizinisch behandelt und teilweise ins Krankenhaus gebracht werden. Beide Fälle unterstreichen die wachsende Bedeutung wirksamer Hitzeschutzkonzepte, ausreichender personeller Ressourcen und einer Gebäudeinfrastruktur, die auch längere Hitzeperioden bewältigen kann.

Quellen

https://www.n-tv.de/panorama/Seniorenheim-Bewohner-kollabieren-wegen-Hitze-id31021067.html

https://www.nrw-aktuell.tv/2026/06/extreme-hitze-krisenstab-dormagen-berat.html

https://www.welleniederrhein.de/artikel/hitze-einsatz-in-krefelder-altenheim-2686913

https://www.lzg.nrw.de/_media/pdf/hitze/Hitzeschutz_NRW-Arbeitshilfen_Pflege–und-Wohneinrichtungen_B_2.pdf

https://www.duesseldorf.de/medienportal/pressedienst-einzelansicht/pld/duesseldorf-erweitert-hitzehilfe-fuer-menschen-mit-lebensmittelpunkt-auf-der-strasse

https://www1.wdr.de/nrw/hitze-pflege-senioren-nrw-100.amp

Written by Julia

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