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Der Kölner Immobilienmarkt 2026 und Aussicht auf 2027

Panorama von Köln
© Wolfgang Knoll / stock.adobe.com

Der Kölner Immobilienmarkt ist 2026 wieder deutlich lebendiger als in den schwierigen Jahren nach der Zinswende. Von einer Rückkehr zum früheren Boom kann dennoch keine Rede sein. Käufer kalkulieren genauer, Verkäufer müssen realistischere Preisvorstellungen akzeptieren und Banken prüfen Finanzierungen weiterhin sorgfältig. Gleichzeitig bleibt Wohnraum in der Rheinmetropole knapp. Diese Mischung aus stabilisierter Kaufnachfrage, hohen Mieten und begrenztem Neubau sorgt dafür, dass sich der Markt zwar erholt, aber nicht gleichmäßig. Gute Lagen und gepflegte, energieeffiziente Objekte entwickeln sich anders als sanierungsbedürftige Häuser oder Wohnungen mit ungünstigem Zuschnitt.


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Die amtlichen Zahlen für das Jahr 2025 liefern die Grundlage für die Einschätzung des Marktes 2026. Der Gutachterausschuss registrierte 7.831 Kaufverträge, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Der Geldumsatz stieg um 21 Prozent auf rund 5,68 Milliarden Euro. Damit hat Köln das sehr schwache Marktjahr 2023 deutlich hinter sich gelassen. Das frühere Transaktionsniveau ist jedoch noch nicht vollständig erreicht. Köln befindet sich daher eher in einer Phase der Neuordnung als in einem neuen Preisrausch. Dass Abschlüsse und Umsatz trotz teurerer Finanzierungen zunehmen, spricht für eine robuste Grundnachfrage aus Zuzug, Haushaltsgründungen und einem knappen Wohnungsbestand.

Auch 2026 bleibt der Immobilienmarkt stark geteilt. Im Mietsegment verschärft sich der Wettbewerb um verfügbare Wohnungen, während Kaufinteressenten wieder aktiver werden, aber Zustand, Energieverbrauch, Rücklagen und Sanierungsbedarf wesentlich strenger bewerten. Im zweiten Quartal 2026 lagen die Kölner Angebotsmieten nach dem GREIX-Mietpreisindex im Jahresvergleich sechs Prozent höher. Der für Köln ausgewiesene Durchschnitt erreichte 16 Euro je Quadratmeter. Hinter einem solchen Stadtwert verbergen sich allerdings sehr unterschiedliche Teilmärkte: Ein kleines Apartment in einer beliebten innenstadtnahen Lage folgt einer anderen Preislogik als eine große Familienwohnung am Stadtrand oder ein älteres Eigenheim mit hohem Modernisierungsbedarf.

Für 2027 zeichnet sich deshalb kein einheitliches Szenario ab. Wahrscheinlich ist eine Fortsetzung der selektiven Erholung: moderat steigende Kaufpreise bei marktgerechten Objekten, weiter anziehende Neuvertragsmieten und eine wachsende Preisdifferenz zwischen energetisch guten und schlechten Gebäuden. Gleichzeitig können Zinsen, Konjunktur, Baukosten und politische Vorgaben die Entwicklung bremsen. Der Kölner Markt bleibt damit berechenbarer als während der abrupten Korrektur von 2022 und 2023, aber anspruchsvoller als in der langen Niedrigzinsphase.

Vom Korrekturmarkt zur selektiven Erholung

Die Zinswende hatte den Kölner Immobilienmarkt besonders schnell getroffen. Als Baufinanzierungen innerhalb kurzer Zeit erheblich teurer wurden, passten die alten Kaufpreise nicht mehr zu den monatlichen Belastungen vieler Haushalte. Kaufentscheidungen wurden vertagt, Verhandlungen dauerten länger und die Zahl der notariellen Abschlüsse brach ein. Inzwischen haben sich Marktteilnehmer an das neue Finanzierungsumfeld angepasst. Eigenkapital, Tilgung und langfristig tragbare Monatsraten stehen stärker im Vordergrund, während die Erwartung immer weiter fallender Preise an Gewicht verloren hat.

Mehr Abschlüsse, aber kein Rückfall in alte Muster

Die Marktbelebung zeigt sich nicht nur in der Gesamtzahl der Verträge. Bei bebauten Grundstücken stieg die Zahl der Verkäufe 2025 um zehn Prozent, bei Wohnungs- und Teileigentum um neun Prozent. Besonders der Neubau von Eigentumswohnungen erholte sich von seinem Tiefpunkt: Rund 450 neue Eigentumswohnungen wechselten 2025 den Besitzer, 22 Prozent mehr als 2024. Dennoch bleibt Neubau teuer und ist häufig nur für Haushalte mit hohem Eigenkapital oder sehr gutem Einkommen erreichbar. Der Markt wird deshalb stärker vom Bestand getragen als in früheren Wachstumsphasen.

Verkäufer können sich wieder auf mehr ernsthafte Interessenten stützen, doch überhöhte Angebotspreise führen weiterhin zu langen Vermarktungszeiten. Stark nachgefragte Objekte sind nicht beliebig verhandelbar. Besonders gut funktionieren Wohnungen mit sinnvoller Raumaufteilung, gepflegtem Gemeinschaftseigentum und nachvollziehbarer energetischer Perspektive.

Kaufpreise 2026: Stabilisierung mit deutlichen Unterschieden

Die amtlichen Immobilienrichtwerte zeigen für 2025 eine grundsätzlich positive Tendenz. Bei Eigentumswohnungen stiegen sie im Kölner Durchschnitt um drei Prozent. Für Ein- und Zweifamilienhäuser legten die Richtwerte im linksrheinischen Köln einschließlich Deutz ebenfalls um drei Prozent zu, im rechtsrheinischen Stadtgebiet ohne Deutz sogar um knapp sechs Prozent. Gleichzeitig weist der Gutachterausschuss ausdrücklich darauf hin, dass einzelne Teilbereiche rückläufige Preise verzeichneten. Ein stadtweiter Mittelwert eignet sich daher nur als grobe Orientierung.

Eigentumswohnungen bleiben der wichtigste Teilmarkt

Bei gebrauchten Eigentumswohnungen bestimmen Mikrolage, Baujahr und Zustand den erzielbaren Preis stärker als eine allgemeine Stadtkurve. Altbauwohnungen in Ehrenfeld, Nippes, der Neustadt oder Sülz bleiben begehrt, wenn Grundriss, Licht, Schallschutz und Gemeinschaftseigentum überzeugen. In Nachkriegsgebäuden rücken dagegen Heiztechnik, Fassade, Dach, Fenster und Höhe der Instandhaltungsrücklage in den Mittelpunkt. Eine zunächst günstige Wohnung kann durch Sonderumlagen oder eine schwache Energiebilanz an Attraktivität verlieren.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser weist der amtliche Marktbericht 2025 einen stadtweiten Median von 4.048 Euro je Quadratmeter Wohnfläche aus, 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die halbjährlichen Indizes zeigen zum Jahresende ebenfalls eine Aufwärtsbewegung. Diese Werte bestätigen die Erholung, dürfen jedoch nicht mit einem pauschalen Preis für jedes Haus verwechselt werden. Grundstück, Baukörper, Modernisierungsstand, Wohnfläche und konkrete Straße können zu erheblichen Abweichungen führen.

Sanierungsbedarf wird konsequenter eingepreist

Der energetische Zustand ist 2026 kein Randthema mehr. Bei älteren Häusern werden nicht nur Heizkosten betrachtet, sondern auch die absehbaren Ausgaben für Dach, Fenster, Dämmung, Wärmeversorgung und Elektrik. Gut gepflegte Objekte mit schlüssigem Modernisierungskonzept erzielen deshalb häufig einen Aufschlag gegenüber vergleichbaren Immobilien mit unklarer Sanierungslage. Umgekehrt entstehen Chancen, wenn ein niedrigerer Kaufpreis genügend finanziellen Spielraum für eine gut geplante Erneuerung lässt. Entscheidend ist eine realistische Gesamtrechnung, nicht allein der Quadratmeterpreis.

Der Mietmarkt bleibt der größte Engpass

Während sich der Kaufmarkt normalisiert, bleibt der Kölner Mietmarkt angespannt. Für 2025 erfasste die Stadt 12.205 öffentlich angebotene Mietwohnungen. Die mittlere Nettokaltmiete stieg von 14 Euro auf 14,70 Euro je Quadratmeter, ein Plus von knapp fünf Prozent. Im zweiten Quartal 2026 setzte sich der Anstieg fort. Köln verzeichnete im GREIX-Vergleich der acht größten deutschen Städte mit sechs Prozent das stärkste Jahresplus. Die Daten zeigen damit keine kurzfristige Ausschlagbewegung, sondern einen anhaltenden Druck bei Neuvermietungen.

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Kleine Wohnungen sind besonders teuer

Die stärkste Belastung entsteht bei kleinen Wohnungen. Angebote unter 30 Quadratmetern erreichten 2025 im Median 23,60 Euro je Quadratmeter. Wohnungen zwischen 30 und 39 Quadratmetern lagen bei 17,40 Euro. Der hohe Quadratmeterpreis erklärt sich durch die starke Nachfrage von Studierenden, Berufseinsteigern und Einpersonenhaushalten. Gerade in zentralen Vierteln treffen viele Bewerber auf wenige geeignete Inserate.

Zusätzlich wächst das möblierte Segment. Rund 15 Prozent der erfassten Kölner Angebote waren 2025 möbliert, während der Anteil 2015 erst bei etwa drei Prozent lag. Möblierte Wohnungen wurden im Median für 19,30 Euro je Quadratmeter angeboten, unmöblierte für 14,30 Euro. Die Differenz lässt sich nicht vollständig als Möblierungszuschlag lesen, weil Lage, Größe und Vertragsgestaltung ebenfalls voneinander abweichen. Für den Markt ist dennoch entscheidend, dass ein größerer Teil des sichtbaren Angebots zu höheren Preisen und teils mit kürzerer Bindung angeboten wird.

Neubau zwischen Rekordfertigstellungen und schrumpfender Pipeline

Der Kölner Wohnungsbau lieferte 2025 zunächst eine überraschend positive Nachricht. Mit 4.623 fertiggestellten Wohnungen wurde der höchste Wert seit zehn Jahren erreicht. Das waren mehr als zweieinhalbmal so viele Einheiten wie 2024. Viele Übergaben stammten aus größeren Projekten sowie aus Umbaumaßnahmen. Zugleich sank die Zahl der genehmigten Wohnungen um 21 Prozent auf 2.323. Der Bauüberhang verringerte sich von 10.308 auf 7.821 Wohnungen, wobei fast zwei Drittel der genehmigten Einheiten Ende 2025 noch nicht begonnen waren.

Gerade dieser Gegensatz ist für die Aussicht auf 2027 wichtig. Die hohe Fertigstellungszahl entlastet den Markt kurzfristig, doch weniger Genehmigungen können in späteren Jahren zu einem erneuten Rückgang der Übergaben führen. Ein Immobilienmakler in Köln Nippes erklärt dazu, dass ein einzelnes starkes Fertigstellungsjahr nicht ausreicht, wenn anschließend zu wenige genehmigte und finanzierbare Projekte nachrücken.

„Ein Wohnungsmarkt wird nicht durch einen einmaligen Fertigstellungsrekord dauerhaft entspannter. Entscheidend ist eine verlässliche Folge neuer, bezahlbarer und zum Bedarf der Stadt passender Wohnungen.“

Die Stadt versucht, Planungsverfahren mit dem Kölner Bau-Turbo zu beschleunigen. Die neuen Instrumente sollen geeignete Wohnungsbauvorhaben schneller planungsrechtlich ermöglichen. Bis daraus bezugsfertige Wohnungen entstehen, vergehen jedoch weiterhin Planung, Finanzierung und Bauzeit. Für 2027 ist daher eher mit punktueller Entlastung durch einzelne Projekte als mit einem breiten Rückgang der Mieten zu rechnen.

Stadtteile entwickeln sich nicht im Gleichschritt

Köln besteht aus vielen eng miteinander verbundenen, aber preislich sehr unterschiedlichen Teilmärkten. Nähe zur Innenstadt, ÖPNV-Anbindung, Grünflächen, Schulen, lokale Einkaufsstraßen und das Image eines Veedels beeinflussen die Nachfrage. Hinzu kommt der vorhandene Gebäudebestand: Gründerzeitquartiere reagieren anders auf Marktveränderungen als Großwohnsiedlungen, Neubaugebiete oder Einfamilienhauslagen. Deshalb kann die Preisentwicklung innerhalb weniger Kilometer deutlich auseinanderlaufen.

Nippes, Ehrenfeld und der innere Westen bleiben gefragt

Nippes profitiert von urbaner Dichte, guter Anbindung, einem gewachsenen Zentrum rund um die Neusser Straße und einer breiten Mischung aus Altbau, Nachkriegsbestand und neueren Projekten. Ähnlich stabil zeigen sich Ehrenfeld, Neuehrenfeld, Sülz und Lindenthal. In diesen Lagen ist die Nachfrage hoch, doch Käufer achten stärker auf Objektqualität als noch während des Booms. Eine gepflegte Wohnung in guter Mikrolage kann sich zügig verkaufen, während ein vergleichbares Objekt mit problematischer Eigentümergemeinschaft, hohem Hausgeld oder Sanierungsstau deutlich länger am Markt bleibt.

Die Mietdaten unterstreichen die Unterschiede. Neuehrenfeld erreichte 2025 im Median 20,90 Euro je Quadratmeter, Neustadt/Süd 18,95 Euro und Neustadt/Nord 18,50 Euro. Am unteren Ende lagen Chorweiler mit 7 Euro sowie Roggendorf/Thenhoven mit 7,05 Euro. Solche Werte hängen auch von Zahl, Größe und Qualität der erfassten Inserate ab. Sie zeigen dennoch, wie wenig ein Kölner Durchschnitt über die konkrete Wohnlage aussagt.

Rechtsrheinische Lagen gewinnen weiter an Aufmerksamkeit

Deutz, Mülheim und Kalk profitieren von vergleichsweise zentralen Standorten und großen Stadtentwicklungsprojekten. Die höheren Immobilienrichtwerte für Ein- und Zweifamilienhäuser im rechtsrheinischen Köln deuten auf wachsende Nachfrage hin. Gleichwohl ist nicht jedes Viertel automatisch ein Aufwertungsgebiet. Lärm, Gewerbeanteil, Infrastruktur und tatsächliche Projektfortschritte müssen einzeln betrachtet werden. Solide Vermietbarkeit und ein tragfähiger Kaufpreis sind wichtiger als pauschale Aufwertungsversprechen.

Finanzierung und laufende Kosten prägen Kaufentscheidungen

Die Finanzierung bleibt 2026 der wichtigste Taktgeber des Kaufmarktes. Die Europäische Zentralbank hielt ihre Leitzinsen im Juli 2026 bei 2,25 Prozent für die Einlagefazilität, 2,40 Prozent für Hauptrefinanzierungsgeschäfte und 2,65 Prozent für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Die Bundesbank meldete für neu vergebene Wohnungsbaukredite mit mehr als zehn Jahren Zinsbindung im Mai 2026 einen durchschnittlichen Effektivzins von 3,31 Prozent. Damit liegen langfristige Immobilienkredite weit über dem Niveau der früheren Niedrigzinsphase, zugleich aber in einem Bereich, an den sich der Markt inzwischen angepasst hat.

Für Kaufpreise hat das zwei Folgen. Erstens bleibt die monatliche Tragbarkeit begrenzend, selbst wenn Einkommen steigen. Zweitens wächst der Wert von Eigenkapital, weil ein niedrigerer Kreditanteil Zinslast und Bankrisiko reduziert. Deshalb können Objekte im mittleren Preissegment auf eine breite Nachfrage treffen, während sehr teure oder sanierungsintensive Immobilien einen kleineren Käuferkreis haben. Zusätzlich erhöhen Kaufnebenkosten, Rücklagen und Modernisierung die Einstiegshürde.

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Bei Eigentumswohnungen rücken Protokolle der Eigentümerversammlungen, Wirtschaftsplan, Rücklagenstand und geplante Arbeiten stärker in den Mittelpunkt. Bei Häusern entscheidet eine technische Prüfung darüber, ob der angebotene Preis tatsächlich tragfähig ist. Transparente Unterlagen werden wichtiger. Fehlende Energieausweise, unklare Flächenangaben oder nicht dokumentierte Umbauten verlängern die Vermarktung.

Aussicht auf 2027: Moderate Preissteigerungen sind plausibel

Für 2027 spricht vieles für eine Fortsetzung der Erholung, allerdings ohne die Dynamik früherer Boomjahre. Köln wächst weiter und erreichte Ende 2025 nach städtischer Melderegisterstatistik rund 1,10 Millionen Einwohner. Der Wanderungssaldo blieb positiv, besonders stark war erneut der Zuzug der 18- bis unter 30-Jährigen. Die städtische Vorausberechnung erwartet zudem einen weiteren Anstieg der Haushaltszahl bis 2045. Mehr Haushalte bedeuten auch dann zusätzlichen Wohnraumbedarf, wenn die Bevölkerungszahl nur langsam wächst.

Das wahrscheinlichste Szenario

Unter der Voraussetzung, dass Bauzinsen nicht deutlich steigen und die deutsche Wirtschaft nicht in eine schwere Rezession gerät, erscheint für 2027 ein moderater nominaler Kaufpreisanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich plausibel. Überdurchschnittlich entwickeln könnten sich gut erhaltene Wohnungen und Häuser in nachgefragten Lagen sowie energieeffiziente Neubauten mit überschaubaren Betriebskosten. Schwächer dürften unsanierte Objekte abschneiden, wenn der Preis die notwendigen Investitionen nicht ausreichend berücksichtigt. Diese Einschätzung ist eine Szenariobetrachtung und keine garantierte Prognose.

Bei den Neuvertragsmieten ist ein weiterer Anstieg wahrscheinlicher als eine Entspannung. Der Genehmigungsrückgang von 2025 wirkt zeitverzögert, während Zuzug und Haushaltsgründungen die Nachfrage stützen. Besonders knapp bleiben kleine Wohnungen, familiengerechte Drei- und Vierzimmerwohnungen in gut angebundenen Vierteln sowie barrierearme Angebote. Ein langsameres Mietwachstum wäre möglich, falls 2026 und 2027 ungewöhnlich viele Projekte fertiggestellt werden oder die wirtschaftliche Schwäche die Zuwanderung deutlich dämpft. Ein stadtweiter Mietrückgang ist nach derzeitigem Datenstand jedoch wenig wahrscheinlich.

Risiken für die Prognose

Die größte Unsicherheit liegt bei den Finanzierungskosten. Steigen Kapitalmarktzinsen deutlich, sinkt die leistbare Kreditsumme vieler Haushalte und der Kaufmarkt könnte erneut an Tempo verlieren. Fallen die Zinsen dagegen, ohne dass das Angebot wächst, dürfte zusätzlicher Wettbewerb die Preise schneller nach oben treiben. Auch Baukosten, Förderbedingungen und kommunale Genehmigungsverfahren beeinflussen, welche Projekte tatsächlich umgesetzt werden. Für den Bestand kommen energetische Anforderungen und steigende Instandhaltungskosten hinzu.

Ein weiteres Risiko ist die wachsende soziale Spannung am Mietmarkt. Hohe Neuvertragsmieten erschweren Umzüge, verlängern bestehende Mietverhältnisse und verringern die Zahl frei werdender Wohnungen. Dadurch kann der sichtbare Angebotsmarkt kleiner werden, obwohl der Wohnungsbestand wächst. Für Köln ist deshalb nicht nur die Menge neuer Wohnungen wichtig, sondern auch deren Preis, Größe und Lage. Ein hochpreisiges Mikroapartment löst den Bedarf einer Familie ebenso wenig wie eine große Wohnung am Stadtrand den Engpass für Studierende in Hochschulnähe.

Köln bleibt knapp – und genau das prägt 2027

Der Kölner Immobilienmarkt 2026 steht für eine neue Normalität. Die scharfe Korrektur nach der Zinswende ist überwunden, die Zahl der Kaufverträge steigt und die Preisentwicklung zeigt wieder nach oben. Gleichzeitig bleibt der Markt diszipliniert. Nicht jede Immobilie profitiert automatisch von der Erholung. Lage, baulicher Zustand, Energieverbrauch, Unterlagen und realistische Preisfindung entscheiden darüber, ob ein Verkauf schnell gelingt oder sich über Monate hinzieht. Der Unterschied zwischen einem guten und einem problematischen Objekt wird sichtbarer.

Der Mietmarkt bleibt der deutlich angespanntere Bereich. Die mittlere Angebotsmiete von 14,70 Euro im Jahr 2025, der Anstieg auf rund 16 Euro im GREIX für das zweite Quartal 2026 und die besonders hohen Werte kleiner Wohnungen zeigen, wie stark Neuvermietungen unter Druck stehen. Dass 2025 ungewöhnlich viele Wohnungen fertiggestellt wurden, ist ein wichtiges positives Signal. Der gleichzeitige Rückgang der Genehmigungen mahnt jedoch zur Vorsicht. Ohne eine dauerhaft hohe Zahl umsetzbarer Projekte kann der Fertigstellungsrekord die strukturelle Knappheit nicht auflösen.

Für 2027 ergibt sich daraus ein klares, aber differenziertes Bild. Kaufpreise dürften bei guten Objekten moderat steigen, während sanierungsbedürftige Immobilien weiterhin Preisabschläge benötigen. Mieten werden voraussichtlich weiter zulegen, weil das Angebot in den besonders gefragten Größen und Lagen nicht schnell genug wächst. Rechtsrheinische Viertel und gut angebundene äußere Stadtteile können zusätzliche Nachfrage aufnehmen, doch auch dort entscheidet die konkrete Mikrolage.

Köln bleibt als Wirtschafts-, Hochschul- und Kulturstandort attraktiv. Die Stadt gewinnt weiterhin junge Einwohner, die Zahl der Haushalte wächst langfristig und der vorhandene Wohnraum wird intensiv genutzt. Diese Grundkräfte stützen den Markt, ersetzen aber keine sorgfältige Bewertung. Die Jahre 2026 und 2027 belohnen weder blinden Optimismus noch pauschalen Pessimismus. Sie belohnen realistische Kalkulationen, gute Objektkenntnis und einen langen Zeithorizont. Der wahrscheinlichste Weg führt nicht zurück zum ungebremsten Boom, sondern zu einem stabileren Markt mit moderaten Kaufpreissteigerungen, anhaltend hohen Mieten und einer immer stärkeren Trennung zwischen zukunftsfähigen Gebäuden und Immobilien mit ungelöstem Investitionsbedarf.

Quellen

eigene Recherche

Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Köln: Grundstücksmarktbericht 2026. https://www.gars.nrw/images/user/GA_K%C3%B6ln/GMB2026_Digitalversion.pdf

Stadt Köln: Das Mietwohnungsangebot in Köln 2025. Kölner Statistische Nachrichten 9/2026. https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/statistik-bauen-und-wohnen/ksn_9_2026_das_mietwohnungsangebot_in_koeln_2025.pdf

GREIX-Mietpreisindex: Entwicklung der Angebotsmieten im zweiten Quartal 2026. https://www.juraforum.de/news/greix-mietpreisindex-q2-2026-angebotsmieten-wachsen-real-kaum-noch-idw_279117

Stadt Köln: Wohnungsbau und Wohnungsfertigstellungen im Jahr 2025. https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/28354/index.html

Stadt Köln: Kölner Bau-Turbo zur Beschleunigung des Wohnungsbaus. https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/28149/index.html

Stadt Köln: Bevölkerungsentwicklung und statistische Angaben zur Kölner Bevölkerung. https://www.stadt-koeln.de/artikel/64272/index.html

Europäische Zentralbank: Geldpolitische Beschlüsse und Leitzinsen vom Juli 2026. https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2026/html/ecb.mp260723~29f24d99bc.en.html

Written by NRW Lokal Redaktion

Kai ist 57 Jahre alt und arbeitet als Publisher und Journalist. Seine Freizeit verbringt er gerne mit Reisen, Lesen und Sport. Außerdem interessiert er sich intensiv für Politik und aktuelle gesellschaftliche Themen.

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