Im Chempark Dormagen entsteht aktuell eine Anlage, die Umwelt und Wirtschaft gleichermaßen zugutekommt. Die Aachener Firma cylib production I GmbH baut mit Unterstützung von EU-Fördermitteln ein hochmodernes Recyclingwerk für Batterien. Im Rahmen des Projekts „GLÜCK“ sollen wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Nickel und Kobalt wiederverwertet werden, anstatt sie neu abbauen zu müssen. Dadurch sinkt der CO₂-Ausstoß erheblich und es entstehen in der ersten Ausbaustufe rund 80 neue Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt fließen etwa 52 Millionen Euro in das Vorhaben, davon stammen 26 Millionen Euro aus EU-Mitteln.
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte, dass das Projekt ein starkes Signal sei: Klimaschutz und Wirtschaftskraft würden hier miteinander verbunden, zudem entstünden sichere Arbeitsplätze. Sie verwies darauf, dass bisher viele Rohstoffe für Batterien importiert werden müssten. Die Rückgewinnung dieser Materialien am Ende des Lebenszyklus einer Batterie sei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch der richtige Weg. Das Vorhaben stärke zugleich die Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit Europas.
Die cylib production I GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der cylib GmbH, die sich auf Batterierecycling spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2023 mit dem nordrhein-westfälischen Innovationspreis „innovation4transformation“ ausgezeichnet. Mit dem Projekt GLÜCK wird eine in der RWTH Aachen entwickelte Technologie erstmals im industriellen Maßstab umgesetzt. Durch die effiziente und klimafreundliche Rückgewinnung kritischer Rohstoffe wie Lithium, Graphit, Nickel, Kobalt und Mangan aus Lithium-Ionen-Batterien kann der CO₂-Fußabdruck dieser Materialien um bis zu 80 Prozent im Vergleich zum Primärabbau und um bis zu 30 Prozent gegenüber herkömmlichen Recyclingverfahren reduziert werden.
In der finalen Ausbaustufe soll die Anlage jährlich eine Menge verarbeiten, die dem Äquivalent von bis zu 140.000 Elektrofahrzeugbatterien entspricht.
Hintergrund
Die Europäische Union unterstützt den innovativen Recyclingprozess mit 26,1 Millionen Euro im Rahmen des Programms „Produktives NRW“. Damit werden Investitionen in Schlüsseltechnologien im Rheinischen Revier und im nördlichen Ruhrgebiet gefördert. Für zukunftsweisende Projekte in Nordrhein-Westfalen stehen bis 2027 insgesamt 1,9 Milliarden Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem Just Transition Fund (JTF) zur Verfügung, ergänzt durch Landesmittel und Eigenanteile der Unternehmen. Gefördert werden Vorhaben in den Bereichen Innovation, Nachhaltigkeit, Mobilität, Lebensqualität, Strukturwandel und Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Informationen sind unter www.efre.nrw abrufbar. Zudem erhält das Unternehmen cylib Unterstützung durch das Programm ScaleUp.NRW.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land NRW/ Veröffentlicht am 24.09.2025


