In der Nordeifel kämpfen seit Donnerstag (13. August 2026) zahlreiche Einsatzkräfte gegen einen großflächigen Waldbrand in der Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren. In der Nacht zum Freitag breitete sich das Feuer stark aus. Der Ortsteil Gey wurde vollständig evakuiert. Nach Angaben des Kreises Düren waren am Freitagmorgen rund 300 Hektar betroffen. Weltkriegsmunition im Brandgebiet erschwert die Löscharbeiten erheblich. Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen, Bundeswehr, Forst und Landwirte sind im Einsatz; Hubschrauber und schwere Fahrzeuge unterstützen die Brandbekämpfung.
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Lage am Freitag, 14. August 2026
Der Waldbrand im Hürtgenwald hat sich in der Nacht zum Freitag erheblich ausgeweitet. Der Kreis Düren bezifferte die betroffene Fläche am Morgen auf rund 300 Hektar. Der Ortsteil Gey wurde wegen der schnellen Ausbreitung und der Nähe des Feuers vollständig geräumt. Der Kreis berief seinen Krisenstab ein.
Bei der Zahl der Evakuierten gibt es je nach Quelle und Zeitpunkt unterschiedliche Angaben. Frühe Meldungen gingen von rund 1.800 Menschen aus, im weiteren Tagesverlauf war von etwa beziehungsweise mehr als 2.000 Betroffenen die Rede. Gesichert ist, dass Gey vollständig evakuiert wurde. Auch eine Pflegeeinrichtung musste geräumt werden.
Die Lage blieb am Freitag dynamisch. Zeitweise befand sich das Feuer nach Angaben aus dem Krisenstab nur noch wenige hundert Meter von Gey entfernt. Windrichtung und Windstärke beeinflussen die weitere Ausbreitung erheblich.
Die Auswirkungen reichen über das unmittelbare Brandgebiet hinaus. Wegen der Rauchentwicklung wurden Bewohner in Teilen des Kreises aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen abzuschalten. Straßen und Zufahrten im Einsatzgebiet wurden gesperrt, um Rettungswege freizuhalten.
Warum Gey evakuiert wurde
Die Evakuierung wurde angeordnet, nachdem sich das Feuer in der Nacht schnell auf Gey zubewegt hatte. Starke und wechselnde Winde erschwerten die Brandbekämpfung. Einsatzkräfte mussten sich zeitweise aus besonders gefährdeten Bereichen zurückziehen, um nicht vom Feuer eingeschlossen zu werden.
Bei Waldbränden können neben den Flammen auch Funkenflug, dichter Rauch und rasche Windänderungen Wohngebiete gefährden. Im konkreten Fall war vor allem die geringe Entfernung des Feuers zur Bebauung ausschlaggebend. Die Räumung einer Pflegeeinrichtung erforderte zusätzliche Transport- und Betreuungskapazitäten.
Feuerwehr, Hubschrauber und Bundeswehr im Großeinsatz
Mehrere hundert Kräfte sind an dem Einsatz beteiligt. Neben Feuerwehren unterstützen unter anderem das Technische Hilfswerk, Hilfsorganisationen, Polizei und Bundeswehr die Maßnahmen. Auch Forstbeschäftigte und Landwirte helfen, etwa bei Arbeiten im Gelände und der Wasserversorgung.
Die Brandbekämpfung erfolgt vom Boden und aus der Luft. Mehrere Hubschrauber bringen Löschwasser in schwer zugängliche Bereiche. Zusätzlich kommt schweres Gerät zum Einsatz, um Schneisen anzulegen, Wege freizuhalten und die weitere Ausbreitung des Feuers zu begrenzen.
Auch die Bundeswehr leistet Amtshilfe. Schwere Fahrzeuge können insbesondere dort eingesetzt werden, wo Brandschneisen geschaffen oder Arbeiten in schwierigem Gelände unterstützt werden müssen. Es handelt sich um technische Unterstützung der zivilen Gefahrenabwehr.
Weltkriegsmunition erschwert die Löscharbeiten
Eine besondere Gefahr geht von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe. Bis heute werden in der Region Munition und andere Kampfmittel gefunden. Während des aktuellen Brandes soll bereits alte Munition detoniert sein.
Die mögliche Kampfmittelbelastung schränkt die Arbeit der Feuerwehr unmittelbar ein. Einsatzkräfte können nicht beliebig abseits gesicherter Wege in das Gelände vordringen. Auch Bodenarbeiten sind mit zusätzlichen Risiken verbunden. Deshalb haben Löschhubschrauber, schwere Fahrzeuge, Brandschneisen und andere indirekte Verfahren bei diesem Einsatz besondere Bedeutung.
Waldbrandvorsorge in Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen hat seine Ausstattung für Wald- und Vegetationsbrände in den vergangenen Jahren ausgebaut. Dazu gehören geländegängige Löschfahrzeuge und zusätzliche Ausrüstung für Vegetationsbrände. Zudem wurden spezielle Tanklöschfahrzeuge beschafft beziehungsweise bestellt.
Das Land erprobt außerdem kameragestützte Systeme zur frühen Erkennung von Waldbränden. Neben technischer Ausstattung gehören die Befahrbarkeit von Waldwegen, vorbeugender Waldumbau, ausreichende Löschwasserversorgung und die Sensibilisierung der Bevölkerung zu den zentralen Elementen der Waldbrandvorsorge.
Einordnung
Sollte sich die vorläufig genannte Fläche von rund 300 Hektar bestätigen, hätte der Brand für Nordrhein-Westfalen außergewöhnliche Dimensionen. Flächenangaben während eines laufenden Waldbrandes sind jedoch mit Unsicherheiten verbunden. Sie können sich durch genauere Lagebilder, Luftaufnahmen oder spätere Vermessungen deutlich verändern. Die derzeit genannte Größenordnung sollte daher als vorläufig betrachtet werden.
Fazit
Der Waldbrand im Hürtgenwald hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einer außergewöhnlichen Großlage entwickelt. Gey wurde vollständig evakuiert, rund 300 Hektar gelten nach vorläufigen Angaben als betroffen. Mehrere hundert Einsatzkräfte sowie Hubschrauber und schweres Gerät kämpfen gegen das Feuer. Besonders schwierig ist der Einsatz wegen des anspruchsvollen Geländes, wechselnder Winde und möglicher Weltkriegsmunition im Boden. Wegen der weiterhin dynamischen Lage können sich Angaben zu Brandfläche, Einsatzmitteln und Evakuierungen kurzfristig ändern.
Quellen
https://www.xn--kreis-dren-geb.de/presse/krise-feuer-in-huertgenwald_2026-08-14.php
https://www1.wdr.de/nrw/aachen-eifel/kreis-dueren/waldbrand-breitet-sich-aus-evakuierung-von-huertgenwald-gey-100.html
https://opal.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/esm/MME18-1279.pdf
https://www.kreis-dueren.de/kreishaus/amt/61/pdf/KLAK-C2-Endversion.pdf


