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The Cure: Perry Bamonte im Alter von 65 Jahren verstorben

Perry Bamonte an der Gitarrre

Perry Archangelo Bamonte, langjähriger Gitarrist, Keyboarder und zeitweise auch Sechssaiter-Bassist von The Cure, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Nach Angaben der Band verstarb er nach kurzer Krankheit zu Hause rund um die Weihnachtstage. The Cure bestätigten die Nachricht am 26. Dezember 2025 über eine Mitteilung auf ihrer offiziellen Website.

Bestätigung durch die Band und erste Details

In der Erklärung beschreibt die Gruppe Bamonte als festen Bestandteil ihrer Geschichte und erinnert an seine besondere Mischung aus Zurückhaltung und kreativer Energie. Gleichzeitig richtet die Band ihr Mitgefühl an die Familie. Neben der persönlichen Würdigung nennt The Cure auch Eckdaten seines langen Weges innerhalb des Umfelds der Band: Bamonte arbeitete bereits in den 1980er-Jahren eng mit dem Team zusammen, bevor er Anfang der 1990er endgültig Teil der Besetzung wurde.

Vom „Band-Umfeld“ ins Rampenlicht

Seine Verbindung zu The Cure begann nicht sofort auf der Bühne. In den Jahren 1984 bis 1989 war Bamonte im direkten Bandbetrieb tätig und kümmerte sich um Aufgaben, die bei großen Tourproduktionen oft im Hintergrund bleiben, aber den Ablauf überhaupt erst möglich machen. Diese Nähe zum Alltag einer Tour, zu Instrumenten, Sound und Organisation prägte sein späteres Auftreten als Musiker: pragmatisch, konzentriert, klar im Dienst des Songs.

1990 folgte der Schritt nach vorn: Bamonte wurde festes Mitglied. Auslöser war ein Umbau innerhalb der Band, nachdem Keyboarder Roger O’Donnell die Gruppe damals verließ. Bamonte übernahm anschließend mehrere Rollen gleichzeitig und wechselte je nach Stück zwischen Gitarre, Keyboards und sechssaitigem Bass. Damit passte er genau in die wandelbare Cure-Ästhetik, in der Klangflächen, Melodie und rhythmische Schärfe oft innerhalb eines Songs miteinander ringen.

Prägende Studiojahre: Klangfarben statt Selbstdarstellung

Alben, auf denen Bamonte hörbar wurde

Sein erster großer Studioauftritt mit The Cure folgte mit „Wish“ (1992). Das Album steht in der Bandgeschichte für den Spagat zwischen Pop-Momenten und der typisch melancholischen Tiefe. Bamontes Spiel ordnete sich dabei nie in den Vordergrund, sondern ergänzte das Arrangement: zusätzliche Gitarrenspuren, Texturen, Keyboard-Linien, die Räume öffnen, ohne die Komposition zu überdecken.

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Auch in den folgenden Jahren blieb er Teil dieser Klangarchitektur. The Cure führen in ihrer Mitteilung mehrere Veröffentlichungen auf, an denen er mitwirkte, darunter „Wild Mood Swings“, „Bloodflowers“, „Acoustic Hits“ und das selbstbetitelte Album „The Cure“. Gerade in einer Band, die häufig über Atmosphäre definiert wird, zählt die Fähigkeit, Nuancen auszubalancieren, mehr als Virtuosität. Bamonte galt in diesem Sinne als Musiker, der Songs stabilisiert und zugleich veredelt.

Hunderte Konzerte und ein verlässlicher Live-Partner

Zur Studioarbeit kam eine enorme Live-Präsenz. The Cure beziffern seine Auftritte in der ersten langen Phase auf mehr als 400 Shows über 14 Jahre. In dieser Zeit war die Band weltweit unterwegs, und Bamonte entwickelte sich zu einem festen Baustein im Zusammenspiel mit Robert Smith, Simon Gallup und den wechselnden weiteren Mitgliedern. Wer Cure-Konzerte aus dieser Ära kennt, erinnert sich an das dichte Schichten von Gitarren und Keyboards, das Songs live oft größer und dramatischer wirken lässt als im Studio.

Bruch 2005 und die späte Rückkehr

2005 endete Bamontes erstes großes Kapitel bei The Cure abrupt: Er wurde aus der Bandbesetzung herausgenommen. Später kehrte er jedoch zurück. The Cure berichten, dass Bamonte 2022 wieder einstieg und anschließend weitere 90 Konzerte spielte. In der Mitteilung wird diese Zeit ausdrücklich als starke Live-Phase beschrieben, die sich bis zum Londoner Auftritt am 1. November 2024 zog, der unter dem Titel „The Show of a Lost World“ firmierte.

Die Rückkehr war mehr als Nostalgie. Sie unterstrich, wie sehr Bamontes Arbeitsweise zur Band passt: unaufgeregt, zuverlässig, mit einem Gespür für Dramaturgie. Gerade bei The Cure, wo kleine Klangverschiebungen große Wirkung haben, kann ein Musiker, der Details sauber setzt, die gesamte Anmutung eines Konzerts verändern.

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Ein Platz in der Cure-Geschichte

Mit The Cure wurde Bamonte 2019 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen. Solche Ehrungen wirken oft wie ein symbolischer Schlussstrich unter eine Karriere, bei Bamonte steht daneben aber auch die Geschichte eines Mannes, der lange in der Nähe der Band arbeitete, dann über Jahre mitten im Zentrum stand, und später noch einmal zurückkam, um ein weiteres Kapitel zu prägen.

In den aktuellen Meldungen wird Bamonte immer wieder als jemand beschrieben, der nicht den lauten Auftritt suchte. Gerade das passt zu seinem musikalischen Profil: Er war ein Gestalter im Hintergrund, dessen Beitrag häufig in den Zwischenräumen liegt. The Cure lebten und leben von genau diesen Zwischenräumen: vom Nachhallen einer Gitarre, vom dunklen Schimmer eines Keyboards, von Spannung, die nicht sofort aufgelöst wird. Bamonte war dafür über Jahrzehnte ein wichtiger Mitspieler.

Fazit

Der Tod von Perry Bamonte reißt eine Lücke in ein Bandkapitel, das für viele Fans eng mit den Cure-Jahren ab den frühen 1990ern verbunden ist. Seine Laufbahn zeigt einen ungewöhnlichen Weg: vom engen Vertrauten im Tourbetrieb zum festen Mitglied, das den Sound der Band im Studio und auf der Bühne mitformt. The Cure verlieren damit nicht nur einen Musiker, sondern einen langjährigen Weggefährten, dessen Handschrift vor allem dort wirkt, wo The Cure am stärksten sind: im feinen Zusammenspiel aus Melodie, Atmosphäre und kontrollierter Intensität.

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