Durch sogenannte Cum-Cum-Geschäfte soll dem deutschen Staat ein erheblicher Steuerschaden entstanden sein. Um die umfangreichen Ermittlungen bewältigen zu können, hat das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität seine personellen Kapazitäten bereits erweitert und sucht nun gezielt IT-Spezialistinnen und -Spezialisten für die Analyse großer Datenmengen.
Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) richtet sich darauf aus, einen der mutmaßlich gravierendsten Steuersachverhalte in Deutschland umfassend aufzuarbeiten. Für diesen Zweck wurde im neu geschaffenen, bundesweit einzigartigen Landesamt ein eigenes Sachgebiet rund um das Thema Cum-Cum aufgebaut und zunächst intern verstärkt. Zusätzlich sind im Sommer 2025 acht externe Fahndungskräfte hinzugestoßen. Nun werden weitere IT-Fachkräfte gesucht, um die komplexe Datenanalyse im Rahmen der Ermittlungen zu unterstützen.
Cum-Cum-Transaktionen umfassen anspruchsvolle Aktiengeschäfte zwischen deutschen und ausländischen Investoren rund um den Dividendenstichtag, deren Ziel es mutmaßlich war, steuerliche Verpflichtungen zu umgehen. Die Aufklärung dieser Vorgänge ist sowohl zeitintensiv als auch technisch herausfordernd. Neben umfangreichen digitalen Spuren müssen große Datenmengen gesichert, strukturiert und ausgewertet werden. Das IT-Kompetenzzentrum des LBF NRW spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem es die Ermittlerinnen und Ermittler mit moderner Technik und spezialisiertem Wissen unterstützt.
Aktuell richtet sich der Blick auch auf technikaffine Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger: Mindestens vier zusätzliche IT-Expertinnen und -Experten sollen zeitnah eingestellt werden. In Betracht kommen Bewerberinnen und Bewerber mit einem passenden Hochschulabschluss ebenso wie Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker mit Berufserfahrung. Die Behördenleitung hebt hervor, dass neue Teammitglieder einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren des Rechtsstaats leisten und dabei helfen, steuerliche Fairness gegenüber allen, auch gegenüber finanzstarken internationalen Marktakteuren, sicherzustellen. Es werde vermutet, dass zahlungskräftige Investoren sich auf raffinierte Weise Zugang zu Mitteln verschafft haben, die der Allgemeinheit zustehen. Da der Nachweis solcher Handlungen ausgesprochen komplex ist und sich relevante Hinweise in großen Mengen elektronischer Daten verbergen, werde die IT-Forensik gezielt ausgebaut.
Die neu eingerichteten Positionen bieten Möglichkeiten zur Teilzeit, berufliche Entwicklungsperspektiven sowie flexible Arbeitsbedingungen, die durch Homeoffice-Regelungen und anpassbare Arbeitszeiten unterstützt werden. Die Tätigkeit kann an einem der zehn nordrhein-westfälischen LBF-Standorte ausgeübt werden: Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Hagen, Köln, Münster oder Wuppertal.
Die vollständige Ausschreibung ist unter folgender Adresse abrufbar: url.nrw/LBFsuchtIT-Fahnder
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Land NRW/Veröffentlicht am 24.11.2025


